Seniorenresidenz in Homberg: Gläubiger will Wohnungen versteigern

Zwangsversteigerung: 31 Wohnungen der Homberger Seniorenresidenz Papillon sollen den Eigentümer wechseln.Archivfotos: Rohde/Brandau

Homberg. 31 Wohnungen in der Seniorenresidenz Papillon in Homberg sollen zwangsversteigert werden. Das Amtsgericht Fritzlar hatte vor kurzem die Versteigerungstermine der Appartements an der Melsunger Straße bekannt gegeben.

Laut den Geschäftsführern der Seniorenresidenz, Stefan und Petra Burkard, sei dies vom derzeitigen Gläubiger in die Wege geleitet worden. Betroffen sind die Wohnungen des damaligen Bauträgers, die sich in der Insolvenzmasse befinden.

Kurz nach der Eröffnung der Seniorenresidenz war der Bauträger bankrott gegangen, seine Wohnungen gingen durch mehrere Hände schließlich an den heutigen Gläubiger, der nicht genannt werden will. Nach Angaben des Amtsgerichts Fritzlar sind die Versteigerungstermine für die Wohnungen über die nächsten Wochen verteilt. In den Wohnungen leben zur Zeit Mieter, man kann die betroffenen Appartements nicht besichtigen. Interessenten haben lediglich die Möglichkeit, sich über Einsicht des Gutachtens im Amtsgericht Fritzlar ein Bild von den Wohnungen zu machen.

Stefan Burkard

Möglicherweise möchte der jetzige Gläubiger die Wohnungen über die Zwangsversteigerung selbst erwerben und das Grundpfandrecht in Eigentumsrecht umwandeln, das mutmaßt Stefan Burkard. Die Versteigerung sei eher eine formale Angelegenheit. Für die Mieter der betroffenen Wohnungen werde sich vorerst nichts ändern: Burkard betont, dass sie weiter in ihren vier Wänden wohnen bleiben und dabei die Serviceleistungen der Seniorenresidenz Papillon nutzen könnten.

Grundsätzlich laufe der Betrieb unter Stefan und Petra Burkard, die die Residenz seit zwei Jahren leiten, gut: Fast alle Wohnungen seien belegt, nur für fünf - von denen zwei noch renoviert werden müssen - suche man nach Mietern.

Die Seniorenresidenz Papillon hatte in der Vergangenheit mit vielen Widrigkeiten zu kämpfen: Nach dem Bankrott des Bauträgers hatte auch der ehemalige Betreiber der Pflegestation im Herbst 2002 Insolvenz angemeldet. Lange Zeit waren nur zwei Drittel der Appartements verkauft, das Restaurant im Penthouse der Residenz hatte wechselnde Pächter.

Dass der Gläubiger aktiv geworden sei, bewerten die Geschäftsführer Burkard positiv: Die Kosten für die Zwangsverwaltung, die die Eigentümergemeinschaft bislang hatte auffangen müssen, würden entfallen. „Außerdem hoffen wir, dass mit der Klärung der Besitzverhältnisse künftig auch das Restaurant besser ausgelastet wird.“

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Quelle: HNA

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