Ziele: DGHs bewahren, Ehrenämter attraktiver machen, Bürgerbus einführen

Bürgermeisterkandidat Pritsch-Rehm: Er setzt auf das Wir-Gefühl

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Er will an vielen Stellen ungenutztes Potenzial entwickeln: Marcel Pritsch-Rehm (46) aus Arnsbach will Bürgermeister in Borken werden. Auf dem Spielplatz in Arnsbach sprach der Vorsitzender der Borkener Freien Wähler mit der HNA über Ziele, Zukunft und Zusammengehörigkeit.

Borken. Die Borkener wählen am 6. September den Nachfolger von Bürgermeister Bernd Heßler. Wir stellen den FWG-Kandidaten, Marcel Pritsch-Rehm vor.

Es ist ein eher ungewöhnlicher Treffpunkt. Marcel Pritsch-Rehm hat den Spielplatz in Arnsbach ausgewählt, um mit unserer Zeitung über sich, seine Politik und seine Kandidatur zu sprechen. Denn der Spielplatz, sagt der 46-Jährige, sei genau wie die Stadt Borken: Ein Ort, der zwar authentisch sei, der aber gleichzeitig auch viele ungenutzte Chancen und Möglichkeiten biete.

Dieses ungenutzte Potenzial, das er in der Großgemeinde sieht, will Marcel Pritsch-Rehm entwickeln - wenn er zum Bürgermeister der Bergmannstadt gewählt wird. Seit Wochen ist der Arnsbacher in Sachen Wahlkampf unterwegs, bietet Gespräche, Treffen, Infoveranstaltungen und auch persönliche Gespräch an.

Dabei erfahre er von vielen Menschen so großen Zuspruch und so viel Ermutigung, dass es ihn oft selbst erstaune, sagt Marcel Pritsch-Rehm.

Vor allem aber motiviert ihn diese „durchweg positive Resonanz“, die er - im zugegebenermaßen doch sehr ruhigen - Wahlkampf erfahre: „Es wäre der größte Fehler meines Lebens gewesen, wenn ich nicht kandidiert hätte.“ Dabei habe er den Posten des Bürgermeisters nie als Option gesehen: „Wenn mir vor fünf Jahren jemand gesagt hätte, dass ich mich nun fürs Amt bewerbe - ich hätte es nicht geglaubt“, gibt er unumwunden zu.

Doch sein Weg habe ihn dahin geführt, wo er jetzt stehe: Als heutiger Fraktionsvorsitzender der Freien Wähler Borken habe er sich konsequent weiter entwickelt, sowohl politisch als auch persönlich.

Er habe seine Standpunkte stets glaubwürdig deutlich machen können - und das habe ihn selbst und auch seine Sichtweisen verändert, sagt Pritsch-Rehm. Früher beispielsweise habe er auf die Frage, wo er denn herkomme, immer seinen Wohnort Arnsbach genannt.

Heute falle ihm das nicht mehr ein, heute antworte er immer, dass er aus Borken komme. „Wenn wir die Stadt lebens- und zukunftsfähig machen wollen, dann geht es ja nicht nur um die Kernstadt: Dann geht es um das Große und Ganze“, sagt der 46-Jährige.

Als Bürgermeister will Marcel Pritsch-Rehm vor allem eines vermitteln: Das Gefühl der Zusammengehörigkeit. „Wir dürfen nicht nur die Innenstadt aufpeppen, wir müssen auch die Stadtteile im Blick haben und sie gerecht behandeln.“ Von den Zielen, die er erreichen will, steht das schnelle Internet an erster Stelle. Ohne das, sagt er, verliere Borken den Anschluss.

Außerdem will er

• die DGHs bewahren

• die Ehrenämter attraktiver machen

• einen Bürgerbus einführen.

Er strebt eine Politik an, bei der er das Sprachrohr der Bürger sein und Zusammenhänge deutlich machen will. Dass er als FWG-Bürgermeister - zumindest bis zu den Kommunalwahlen im März, was danach ist, entscheiden die Wähler - keine Mehrheit im Parlament haben würde, sieht Pritsch-Rehm eher als Vorteil denn als Nachteil an. „Das ist eine Chance für die Demokratie: Wenn man die Gremien überzeugen will, muss man richtig gut und sehr sachorientiert arbeiten.“

Auch dass er keine Verwaltungserfahrung hat, sieht er nicht als Nachteil: Es gebe genügend Fachleute im Rathaus, die genau das Wissen mitbrächten, das Borken voran bringe. „Ich mache keinem Abteilungsleiter etwas vor“, sagt er. „Wichtiger als Erfahrung ist aber mein Blick von außen.“ Als Mitarbeiter von B. Braun, eines Unternehmens, in dem das Vorschlagswesen einen großen Stellenwert hat, entdecke er viele Möglichkeiten zur Veränderung.

Netzwerke statt Seilschaften 

Hat er gar keine Angst, in die großen Fußstapfen von seinem Vorgänger, Amtsinhaber Bernd Heßler zu treten? Nein, sagt Marcel Pritsch-Rehm, die habe er auf keinen Fall.

Und Angst sei an dieser Stelle der völlig falsche Begriff: „Ich will ja gar nicht in seine Fußstapfen treten - ich will auf Augenhöhe mit den Menschen reden.“ Was er ebenfalls verändern will: „Wenn ich Bürgermeister werde, will ich auf neue und moderne Netzwerke setzen. Und nicht etwa auf alte Seilschaften.“

Quelle: HNA

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