Polizei will Eltern aufmerksam machen

Sexting und Cybermobbing: Veranstaltungsreihe soll auf Gefahren hinweisen

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Kann böse Folgen haben: Auch im Schwalm-Eder-Kreis tauchen immer mehr Fälle des so genannten Sextings auf, bei dem Jugendliche freizügige Fotos von sich ins Internet stellen. Nun gibt es eine Veranstaltungsreihe zu den Gefahren neuer Medien.

Schwalm-Eder. Eltern haben immer öfter den Eindruck, dass ihre Kinder in einem Parallel-Universum leben, das aus Facebook, Instagram, WhatsApp und Twitter besteht. Auch wenn sie sich selbst in Sozialen Netzwerken bewegen, sind sie schnell überfordert von der Geschwindigkeit neuer Entwicklungen.

Gefahren, die von Cyber-Mobbing und und dem so genannten Sexting ausgehen (wir berichteten), können sie oft nicht einschätzen - noch weniger allerdings die Kinder selbst.

Die Polizeidirektion Schwalm-Eder, das Jugendamt des Landkreises und die Landesanstalt für privaten Rundfunk und neue Medien haben nun (LPR) eine Veranstaltungsreihe aufgelegt. Titel: „Wo leben die denn?“ Mit Vorträgen und in Gesprächen geben Medienpädagogen Orientierung für die virtuelle Welt. Das Angebot ist an Lehrer und Eltern gerichtet, aber auch an Menschen, die in Jugendpflegen und Kindergärten arbeiten. (siehe Hintergrund).

Für massive Probleme sorgt im Schwalm-Eder-Kreis vor allem das Sexting, bei dem Jugendliche freizügige Fotos von sich selbst im Internet veröffentlichen. „Dieser Trend schlägt inzwischen besonders hohe Wellen“, sagt Markus Brettschneider, Pressesprecher der Polizeidirektion Schwalm-Eder. Die Hemmschwelle ist niedrig, weil die technischen Mittel und die räumliche Distanz Anonymität vorgaukeln, erklärt Karin Wagner, die Leiterin des Jugendamtes beim Schwalm-Eder-Kreis. Das gelte vor allem für Attacken von Cyber-Mobbing, bei denen andere beschimpft und beleidigt werden. Die Eltern hätten zwar vielleicht nicht die technischen, aber die sozialen Kompetenzen, um die Folgen solcher Taten abzuschätzen, sagt Sandra Bischoff. Sie ist Referentin für Medienkompetenz bei der Landesanstalt für privaten Rundfunk und neue Medien.

Es sei allerdings wenig hilfreich, wenn die Eltern ständig als Kontrolleure auftreten oder das Internet generell verteufeln. Man sollte vielmehr Interesse dafür zeigen, was die Kinder im Internet tun, rät Bischoff.

Die Landesanstalt für privaten Rundfunk und neue Medien arbeitet auch mit Schulen zusammen. Projekttage, bei denen Kinder am Ende ihre Ergebnisse den Eltern präsentierten, seien besonders effektiv.

Auch bei pädagogischen Fachkräften gebe es Unsicherheiten, wie man mit den neuen Medien umgehen sollte, sagt Karin Wagner. Man müsse zwar Regeln aufstellen, aber beispielsweise ein generelles Verbot von Smartphones an Schulen sei nicht der richtige Weg, ergänzt Sandra Bischoff.

Von Heinz Rohde

Vier Termine zur Medienpädagogik

„Wo leben die denn? - Kinder und Jugendliche im world wide web“, heißt die Veranstaltungsreihe, die in dieser Woche startet. Hier die Termine:

• Donnerstag, 13. März, 19 Uhr, Aula der Erich-Kästner-Schule in Homberg,

• Dienstag, 18. März, 19 Uhr, Mensa der Anne-Frank-Schule in Fritzlar,

• Dienstag, 25. März, 19 Uhr, Aula der Gesamtschule Melsungen,

• Dienstag, 1. April, 19 Uhr, Atrium der Carl-Bantzer-Schule in Ziegenhain.

Hilfreiche Internet-Adressen:

www.internet-abc.de

klick-save.de

polizeiberatung.de

medienkompetenz-hessen.de (hro)

Quelle: HNA

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