Stefan Wagener übernimmt die Pfarrstelle Bechtelsberg

Aus Sibirien zurück

Neuer Pfarrer: Stefan Wagener betreut zukünftig die Ortschaften Lingelbach, Berfa und Hattendorf. Zuvor arbeitete der Geistliche fünf Jahre in Sibirien. Foto: Schittelkopp

Ottrau. Er sei immer nur bis minus 30 Grad zu Terminen gefahren, wenn es kälter war, habe er sie verschoben. Pfarrer Stefan Wagener lebte und arbeitete fünf Jahre lang in Sibirien. Nun übernimmt er die Pfarrstelle Bechtelsberg.

Mit seiner Familie kehrte Wagener nach Deutschland zurück, um die Gemeinden Lingelbach, Berfa und Hattendorf zu betreuen. Es ist seine erste Pfarrstelle der Landeskirche Kurhessen-Waldeck.

Der 45-Jährige hat schon Einiges von der Welt gesehen. Er wurde in Edertal-Wellen geboren und absolvierte einen Tischlerlehre in Bad Arolsen. „Danach fing ich an, mich mit Gott zu beschäftigen“, sagt er. Wagener besuchte das Marburger Bibelseminar, bevor er eine Ausbildung zum Erzieher in Norddeutschland anschloss. 1995 begann er das Theologiestudium in Hermannsburg. Im Zuge seiner Studien lebte Wagener in Botswana sowie in Texas.

2007 packte er seine Koffer und ging mit seiner Frau Elena nach Russland. Von Abakan (Sibirien) aus betreute er 150 Menschen im Umkreis von 200 Kilometern. Die evangelische Kirche müsse dort erst wieder aufgebaut werden, erzählt der Pfarrer. „Die Menschen müssen sich erst wieder in die Kirche integrieren.“

Durch die religiöse Unterdrückung sei eine freie Ausübung des Glaubens nicht möglich gewesen. Viele Gemeindemitglieder wurden von der Großmutter in einem Hinterzimmer getauft. „In meinem Konfirmandenunterricht waren alle Altersstufen vertreten“, sagt Stefan Wagener. Die kleine Familie lebte in einem Plattenbau. „In dem Gebäude wohnten mehr Menschen als in Lingelbach“, erzählt er und schmunzelt.

In Lingelbach muss er sich in seiner Anfangszeit erst einmal orientieren. „Ich möchte die Menschen hier kennenlernen und ihnen zuhören“, sagt der neue Pfarrer. Wichtig seien für ihn Gespräche über den Glauben und die Zweifel mit seinen Gemeindemitgliedern.

Aus seinen Erfahrungen in Russland habe er eines gelernt: Leid gibt es überall. So wünscht er sich, dass die Menschen Halt in ihrem Glauben finden.

Derzeit wohnt Stefan Wagener mit seiner Frau und den Kindern Lucas (5) sowie den Zwillingen Katharina und Johanna (2) in einer Ferienwohnung. Denn das Pfarrhaus wird gerade noch saniert.

• Einführungsgottesdienst, Sonntag, 5. August, 17 Uhr, in der Kirche in Hattendorf.

Von Claudia Schittelkopp

Quelle: HNA

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