Eindringendes Fremdwasser ist ein Problem und belastet die Felsberger Kläranlage

Wo sich Abwasser vermehrt

Kläranlage Felsberg: Dort wird das gesamte Abwasser der Kernstadt und der meisten Stadtteile gereinigt. Im Bild Abwassermeister Volker Blum. Foto:  Heimel

Felsberg. Knapp 400 000 Kubikmeter Frischwasser zapfen Felsberger Haushalte und Betriebe pro Jahr und leiten diese Menge zusammen mit Regenwasser ins Kanalsystem ein. Doch in der Felsberger Kläranlage kommt die fünffache Menge an.

Dieser Fremdwassereintrag aus allen Stadtteilen außer den Hochlandgemeinden Hesserode, Helmshausen und Hilgershausen, die zwei eigene Kläranlagen haben, belastet die Anlage in Felsberg. Denn: Auch dieses Wasser muss gereinigt werden.

Grundwasserspiegel

In Hilgershausen beispielsweise, das eine eigene Kläranlage besitzt und wo die Kanäle saniert seien, sei Fremdwasser spürbar zurückgegangen, sagt Bürgermeister Volker Steinmetz. Dieses Fremdwasser dringt meist aus dem Grundwasser ein. Steigt der Grundwasserspiegel, drückt sich noch mehr Wasser in die Kanalrohre.

Das, sagt der Bürgermeister, sei eine unerlaubte Abnahme von Grundwasser und genau so unerwünscht wie die Tatsache, dass durch undichte Rohre auch Abwasser in den Boden einsickert und diesen sowie das Grundwasser verunreinigen kann. Mit der Sanierung der Kanäle wird sich das Problem minimieren. Allerdings sei auch der jetzige Stand noch im grünen Bereich. Aber, so Steinmetz, man dürfe nicht vergessen, dass das Kanalnetz auf privaten Grundstücken größer sei als das öffentliche.

Zwar ist die Abwasser-Eigenkontrollverordnung durch Hessens Umweltministerin Lucia Puttrich im Mai dieses Jahres ausgesetzt worden, so dass Hauseigentümer verunsichert sind, ob sie ihre eigenen Kanäle untersuchen lassen müssen. Dem Aussetzen dieser Verordnung steht allerdings ohnehin das Hessische Wassergesetz entgegen.

Demnach sind die Städte und Gemeinden weiterhin verpflichtet, die Hausanschlüsse untersuchen zu lassen, erklärt Felsbergs Bauamtsleiter Paul Wieder. „Wenn wir Hinweise auf Schäden haben, dann müssen die Kommunen als Abwasserbetreiber handeln.“ (bmn)

Quelle: HNA

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