Annette Hestermann (54) aus Cölbe wird neue Pfarrerin der Kirchengemeinde Hephata

Sich der Inklusion widmen

Von Cölbe nach Treysa: Annette Hestermann tritt am 1. April die Nachfolge von Dr. Johannes Altmann in Hephata an. Foto: Rose

Schwalmstadt. Annette Hestermann heißt die neue Pfarrerin der Kirchengemeinde Hephata. Ab April tritt die 54-Jährige aus Cölbe die Nachfolge von Dr. Johannes Altmann an. Hestermann kommt gebürtig aus Südhessen: „Aber das Temperament verträgt sich mit dem der Schwälmer“, ist die Pfarrerin überzeugt. Und sie muss es wissen: Von 1985 bis 1987 absolvierte Hestermann ihr Vikariat im Kirchspiel Zella/Loshausen.

Aktuell ist die 54-Jährige noch Pfarrerin der Evangelischen Kirchengemeinde Cölbe bei Marburg. 24 Jahre lang lenkte sie dort die Geschicke der Gemeinde. Die Motivation, sich noch einmal beruflich zu verändern, begründet die Pfarrerin so: „Es ist immer gut, den Blick nach längerer Zeit auf andere, neue Dinge zu richten.“ Schon seit vielen Jahren begleite sie zudem das Thema Inklusion. Im Konfirmandenunterricht, aber auch in anderen Bereichen der Gemeinde. Seit 15 Jahren engagiert sich Hestermann in der Pfarrvertretung ihres Sprengels, der Mitarbeitervertretung. „Dort geht es um Beratung und Begleitung für Kollegen, vor allem bei Konfliktfällen. Dazu gehört eine Rechtsberatung, aber immer auch die Seelsorge.“

Als Gemeindepfarrerin habe sie ein tolles Spektrum ihrer Arbeit erleben dürfen. Diese unterschiedlichen Schwerpunkte hätten ihr ein gutes Rüstzeug an Erfahrungen beschert. Der Wechsel zu Hephata beinhalte vor allem den Wunsch, Menschen zu begegnen, sich mehr der Seelsorge, den Gottesdiensten und eben der Inklusion zu widmen. Der Verwaltungsaufwand einer Gemeindepfarrerin habe in den vergangenen Jahren doch sehr zugenommen. „Seelsorgerisch und theologisch zu arbeiten ist mir wichtiger“, erklärt Hestermann.

Reizvoll findet die Pfarrerin den Gedanken, die Bereiche Hephatas miteinander zu vernetzen. Auch auf den Kontakt mit der Kirchengemeinde Treysas freut sich die 54-Jährige. Jeder Mensch brächte etwas mit: „Und daran will ich anknüpfen, will Menschen einbeziehen, Talente stärken.“ Ihr Mann Dr. Christian Schmidt-Hestermann habe ihren Beruf immer mit getragen und ein Stück weit mit gelebt: „Unser Haus war immer ein offenes Haus“, sagt Hestermann, die in Bethel, Marburg und Bonn studiert hat und Mutter dreier Kinder ist.

Gerade auf Haussuche

Gemeinsam mit ihrem Mann sucht sie derzeit ein Haus in Treysa. Der Arzt wird dann zu seiner Praxis nach Marburg pendeln. Das Diakoniezentrum selbst ist für die 54-Jährige nicht neu: „Ich bin regelmäßig mit meinen Konfirmandengruppen hier gewesen.“ Am Gründungstag Hephatas, am 1. April, soll sie ihre Stelle antreten. Vorher hat sie verordnete Zeit zum Durchatmen: Ein schon lange gebuchte Reise zur argentinischen Verwandtschaft steht Anfang des Jahres noch an.

Als eine ihrer Stärken schätzt Hestermann ihr Gespür für Vielfalt ein: „Ich habe gelernt, dass man Gottesdienste zielgruppenorientiert gestalten muss.“ Ihr sei es ein Anliegen, dass alle Menschen – ganz gleich wie unterschiedlich sie seien – etwas aus den Gottesdiensten mitnähmen. „Es geht nicht darum, die Solisten zu sehen, sondern den Gottesdienst als ein Konzert aller Mitwirkender zu begreifen“, sagt Hestermann.

Von Sandra Rose

Quelle: HNA

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