Jubiläum und Hessischer Tag der Nachhaltigkeit: Naturlehrgebiet öffnete die Pforten

Wo sich Natur wohlfühlt

Reh oder Frischling?: Das war für Paul Eisenach (3) die alles entscheidende Frage. Oma Renate Spanknebel und Jäger Florian Wessling konnten dem jungen Mann jedoch weiterhelfen. Fotos: Rose

Treysa. Gert Grabowski ist der Mann der ersten Stunde: Gemeinsam mit Holger Erhard legte er vor 25 Jahren das Fundament – 180 Tonnen Kalkschotter – für das Naturlehrgebiet im Treysaer Wiegelsweg. Dieses Jubiläum wurde gestern auf dem idyllischen Areal gefeiert, verbunden mit dem ersten hessischen Tag der Nachhaltigkeit.

Angelegt worden war das Gebiet 1985 auf Initiative der Stadt, Hephata und der Arbeitsförderung. „Es ging darum, Jugendlichen aus problematischen Familien eine Perspektive zu geben“, erklärt Grabowski. Mit dem Naturlehrgebiet verbunden ist auch Dieter Gabel. 16 Jahre hat er mit jungen Erwachsenen das Gelände gehegt und gepflegt. Die Fläche ist so groß wie ein Fußballstadion mit Tribüne. Viele Ideen setzte die Uni Kassel in Zeichnungen um.

Nahezu fünf Jahre hat das Anlegen des Areals gedauert, schätzt Grabowski. Heute ist die Vielfalt enorm. Im Bauerngarten wachsen typische Gemüsesorten, die in Hessen angebaut werden. „Wir achten allerdings auf Mischkulturen, damit der Boden nicht zu sehr ausgelaugt wird“, sagt Gabel. Gegenüber dient eine Igelburg den Tieren als Unterschlupf. Naturbelassenheit findet man auf der Streuobstwiese: Die wird nur zweimal jährlich gemäht und lebt von der Sortenvielfalt. Hier wurde Wert auf den Anbau alter Apfelsorten gelegt. „Im Mittelalter kannte man in Deutschland 1000 Sorten, übrig sind heute 15“, erläutert Grabowski.

Infos über den Artenschutz

Oberhalb einer Trockenmauer liegt die Schmetterlingswiese, die nicht unbedingt auf den ersten Blick zu entdecken ist: Denn die Falter fliegen auf Brennnesseln. Flora und Fauna fühlen sich auch in und um die Teichlandschaft wohl. Die drei Wasserflächen – in voller Sonne, im Halbschatten und im Schatten – bieten optimale Bedingungen für Frösche und Libellen. Um Artenschutz ging es Jäger Florian Wessling: Er zeigte präparierte Tiere. Der Nachmittag für Familien stand unter dem Motto „Natur entdecken mit allen Sinnen“ – organisiert von der Berufshilfe Hephata und der Stadtjugendpflege. (zsr)

Quelle: HNA

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