Mit Sicherheit schenken: Polizei warnt vor Betrügern im Internet

Interneteinkauf

Schwalm-Eder. Das größte Kaufhaus der Welt ist das Internet. Es ist rund um die Uhr geöffnet und in seinen Gängen gibt es kein Gedränge. Doch: „Wer seine Weihnachtseinkäufe im Internet besorgt, sollte den Menschenverstand walten lassen“, warnt Reihard Giesa, von der Polizeidirektion Schwalm-Eder.

Fast die Hälfte der 504 Fälle von Waren- oder Warenkreditbetrugs wurden im vergangenen Jahr von den Tätern im Internet begangen. „219 Fälle haben wir verzeichnet“, sagt Giesa. Die Betrugszahlen bewegen sich auf einem im Langzeitvergleich hohen Niveau. „Die Internetkriminalität steigt weiter an“, erklärt Giesa.

„Die Formen der Internetkriminalität umfassen ein breites Spektrum, doch den Löwenanteil machen Betrügereien mit Warenbestellungen im Internet aus“, erklärt Giesa. Und weiter: „Man sollte prüfen, ob ein Anbieter auch vertrauenswürdig ist.“ Früher habe der Grundsatz „Erst die Ware, dann das Geld“ gegolten, doch der sei in Zeiten des Internethandels oft überholt.

Dabei kann, wer in Onlineläden bummelt, nichts anfassen oder anprobieren. Er muss sich anhand von Bildern entscheiden. Im besten Fall beschreibt ein Text die Ware noch. „Unbedarftheit, Unvorsichtigkeit und Gutgläubigkeit der Internetnutzer werden skrupellos ausgenutzt. Umso schlimmer, wenn noch die Gier nach dem vermeintlichen Schnäppchen geweckt wird“, sagt Giesa.

Man sollte mit offenen Augen auf Shopping-Tour im Netz gehen: Das rät auch die Polizeiliche Kriminalprävention der Länder und des Bundes. Die meisten Onlinehändler bieten ihren Kunden erstklassige Sicherheitsstandards und tollen Service beim gesamten Kaufablauf, lautet ihr Fazit. Doch gebe es auch viele schwarze Schafe: „Jeder kann sich vor Warenbetrug im Internet schützen und dadurch einen finanziellen Schaden vermeiden“, sagt Prof. Dr. Wolf Hammann, Vorsitzender der Polizeilichen Kriminalprävention. „Auch beim Einkaufen im Internet sollten allgemeine Sicherheitsempfehlungen immer beachtet werden, denn ein gesundes Misstrauen schützt.“ In diesem Jahr werde ein Wachstum von 15 Prozent beim Internethandel erwartet. Onlinekäufer sollten grundsätzlich abwägen, wo sie welche Daten preisgeben und lieber einmal genauer hinschauen, damit der Einkauf mit einem schönen Geschenk statt einer bösen Überraschung endet.

Hintergrund: Tipps für den sicheren Online-Einkauf

Schon mit einigen wenigen Regeln können Käufer ihre eigene Sicherheit auch beim Onlinekauf in der Weihnachtszeit erhöhen. „Ganz wichtig ist es, die Artikelbeschreibung sowie die Versand- und Lieferbedingungen genau zu prüfen und sichere Zahlungsmethoden zu wählen.“ Ein paar Tipps der Polizei: Wählen Sie sichere Passwörter und geben Sie diese niemals an Dritte weiter. Achten Sie auf technische Sicherheit bei der Datenübertragung. Überprüfen Sie die Seriosität des Anbieters. Prüfen Sie Artikelbeschreibung sowie Versand- und Lieferbedingungen. Wählen Sie sichere Zahlungsmethoden. Achten Sie auf Ihr Widerrufs- oder Rückgaberecht bei gewerblichen Anbietern. Schützen Sie sich vor Datenklau.

Von Maja Yüce

Quelle: HNA

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