Paar aus Fritzlar legt 4500 Kilometer zurück

Drei Wochen, fünf Länder, sieben Sprachen: Paar reist alleine durchs Baltikum

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Gut vorbereitet: Irmtraud und Dr. Peter Hausam werden schon bald auf eigene Faust das Baltikum erkunden. Der 73- und die 74-Jährige haben dafür auch etwas von den Sprachen der Länder gelernt, durch die sie reisen werden.

Fritzlar. Drei Wochen, fünf Länder und sieben Sprachen: So lässt sich die Reise von Irmtraud und Dr. Peter Hausam zusammenfassen. Vor dem Paar liegt eine besondere Tour.

Wenn jemand eine Reise tut, so kann er was erzählen, heißt es. Irmtraud und Dr. Peter Hausam aus Fritzlar haben schon vor ihrer Reise ins Baltikum jede Menge zu berichten. Das Paar aus Fritzlar hat sich in den vergangenen Monaten akribisch darauf vorbereitet. Der 73-Jährige fasst das so zusammen: „3.5.7 - drei Wochen, fünf Länder und sieben Sprachen.“

Drei Wochen werden die Hausams mit ihrem Fahrzeug unterwegs sein und insgesamt wollen sie 4500 Kilometer zurücklegen. Und weil sie auf ihrer Tour (fast) ganz auf sich gestellt sein werden, haben sie viel gelernt und sich einen Reise-Wortschatz zugelegt. In sechs Sprachen.

Sogar etwas kyrillisch können sie jetzt lesen. Ein wenig von der Landessprache zu können, das sei wichtiger, als Geld und frische Unterhosen im Gepäck, sagt Peter Hausam und lacht.

So kann es passieren, dass man in diesen Tagen zum Beispiel auf russisch, polnisch oder lettisch begrüßt wird, wenn man bei dem Paar an der Tür klingelt. „Die siebte Sprache ist die Höflichkeit“, sagt Peter Hausam. Damit komme man immer weiter.

Ihnen ist nicht bange 

Bange ist ihnen vor der Reise nicht. „Wir sind gut vorbereitet und ganz entspannt“, sagt Peter Hausam und holt einen seiner Aktenordner. Landkarten, Hotelnamen mit Koordinaten und Informationen über das Reiseziel sind darin zu finden.

Irmtraud Hausam deutet auf die vielen Reise- und Sprachführer, die sie haben. Dennoch: Etwas nervös sind sie schon, räumen sie ein. „Für uns ist das eine große Aktion.“ Dann erzählen sie davon, dass es ein organisatorischer Kraftakt war, die Visa zu bekommen. Und davon, dass sie meist kleine Pensionen und Ferienwohnungen über das Internet gebucht haben. Davon, dass es ihnen wichtig war ein Zimmer mit Bett, Waschbecken und Toilette für sich zu haben. Es müsse kein großer Luxus sein, betonen sie. Und sie erzählen, dass sie Kontakte zu Menschen in Danzig und Kaliningrad haben.

„Das Programm war zu viel für die zehn Tage oder die Tage waren zu kurz für das Programm.“ 

„Danzig die Partnerstadt von Bremen“, sagt Irmtraud Hausam. Über das Bremer Rathaus haben sie den Kontakt zum Partnerschaftsverein und somit zu Menschen vor Ort bekommen. Treffen wurden vereinbart.

Ähnlich werde es in Kaliningrad sein. Dort haben sie über den evangelischen Pfarrer aus Borken jemanden aus der ev. Propstei in Kaliningrad kennengelernt. Mittlerweile gibt es einen Mailaustausch. „Alle sind freundlich zu uns“, sagt die 74-Jährige.

Auf die Sonnenwendfeier auf der Insel Sarema (Estland) freuen sie sich besonders. Dort wollen sie drei Nächte bleiben und ein wenig die Seele baumeln lassen, bevor es weitergeht.

Es ist die zweite Reise in das Baltikum für die Senioren. Vor drei Jahren waren sie dort. Mit einer Reisebusgruppe.

Es gibt viel zu erzählen 

„Das Programm war zu viel für die zehn Tage oder die Tage waren zu kurz für das Programm“, fasst Peter Hausam zusammen. Sie hätten meist in Städten gestoppt und kaum etwas von Land und Leuten erfahren. Schon jetzt steht fest, dass die Hausams viel zu erzählen haben - auch nach ihrer Reise.

Quelle: HNA

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