„Bundeswehr gehört in die Öffentlichkeit“

Siebert: Falscher Ort für das Gelöbnis

Schwalm-Eder/Berlin. Die Entscheidung, das Gelöbnis der Soldaten am 20. Juli, dem Jahrestag des Hitler-Attentats von 1944, nicht wie in den Jahren zuvor vor dem Reichstag stattfinden zu lassen, ist falsch. Das meint der Gudensberger Bundestagsabgeordnete Bernd Siebert (CDU), der Mitglied im Verteidigungsausschuss des Bundestages ist.

Am vergangenen Freitag hatten 400 Soldaten ihr Gelöbnis auf dem Paradeplatz des Verteidigungsministeriums, vor dem Bendlerblock, abgelegt. Diese Entscheidung wird kritisch diskutiert.

Würdiges Symbol

Gerade die Freiwilligenarmee Bundeswehr müsse sich neue traditionswürdige Veranstaltungen erschließen. Das Gelöbnis am Reichstag wäre ein würdiges Symbol, schreibt Siebert in einer Pressemitteilung.

Der damalige Verteidigungsminister Franz Josef Jung habe dafür gesorgt, dass sich seit 2008 die Bundeswehr an diesem geschichtsträchtigen Tag einer breiten Öffentlichkeit stelle. Die Diskussion um die grundsätzliche Bedeutung und die Aufgaben von Streitkräften sei so angeregt worden.

„Diese Debatte brauchen wir in Deutschland dringend“, schreibt Siebert weiter. Wenn die Bundeswehr sich in den geschützten militärischen Bereich zurückziehe, bestehe die Gefahr einer Entfremdung von der Bevölkerung.

Gelöbnisse einer Freiwilligenarmee gehören nicht in die Kaserne, die Soldaten und ihr Tun muss sichtbar bleiben. Auch für die Abgeordneten des Bundestages werde am 20. Juli in aller Öffentlichkeit deutlich, welche Verantwortung sie übernehmen, wenn sie über Auslandseinsätze mit deutscher Beteiligung beschließen.

„Ich plädiere daher dringend dafür, das Gelöbnis wieder jährlich vor dem Reichstagsgebäude stattfinden zu lassen“, so Siebert abschließend.

Es sei auch ein Zeichen von Wertschätzung gegenüber den Soldaten, das den Organisationsaufwand lohne, nicht nur alle zwei Jahre. (ula)

Quelle: HNA

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