Siegesfeier bis Mitternacht - Auch Narren stimmten mit

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Auch die Narren stimmten mit: Das Stadtprinzenpaar Andrea und Sven Schäfer, dahinter Adjutant Klaus Theis sowie hinten Thomas Drößler, Thomas Plogmann und Dr. Ulf Krathge.

Fritzlar. Bis Mitternacht haben Hartmut Spogat und seine Unterstützer in Fritzlar den Wahlsieg gefeiert. Doch die Freude war auch am Tag danach bei den Christdemokraten groß. „Wir sind hocherfreut“, sagte Christian Seyffarth, Fritzlarer CDU-Chef.

Er freue sich besonders, dass bereits im ersten Wahlgang ein Sieg gelungen sei. „Eine Stichwahl wäre strapaziös und unnötig teuer gewesen“, erklärte Seyffarth.

Die Kosten für den Wahlkampf könne er noch nicht genau beziffern, es seien wohl mehrere tausend Euro. Das Geld sei von der Partei und vom Kandidaten gekommen. Seyffarth ging auch auf die von Hartmut Spogat beim HNA-Lesertreff genannte Zielmarke von 60 Prozent und mehr ein.

Der Kandidat habe damit nur auf eine provokante Frage reagiert, tatsächlich wäre eine solche Erwartungshaltung „vermessen“ gewesen. Auch Spogat spricht davon, er habe mit dem Wert lediglich Optimismus und Siegeswillen demonstrieren wollen.

SPD: Fritzlar wie Fulda

Das sehen die Sozialdemokraten naturgemäß anders. „Hartmut Spogat hat sein Wahlziel 60plus nicht erreicht“, kommentierte Michael Kreutzmann, SPD-Stadtverbandsvorsitzender. Es sei, wenn man die Zahlen mit den Ergebnissen der Kommunalwahl abgleiche, Spogat nicht gelungen, Grünen- und FDP-Wähler geschlossen hinter sich zu versammeln.

Das Ergebnis der SPD-Kandidatin Gerlinde Draude sei sehr gut, besonders wenn man die konservative Struktur Fritzlars bedenke, die ähnlich wie in Fulda sei.

Kreutzmann lobte den Wahlkampf der Kandidatin, die mehrere tausend Hausbesuche gemacht habe. Sie habe vor allem durch ihre Persönlichkeit gewirkt.

Seines Wissens seien die 42,5 Prozent das beste Resultat eines SPD-Kandidaten in Fritzlar seit 40 Jahren. „Es war ein achtbares Ergebnis“, sagte Frank-Martin Neupärtl, SPD-Unterbezirksvorsitzender. Neben der konservativen Wählerschaft spiele auch eine Rolle, dass sich die Grünen für Spogat ausgesprochen hätten. Außerdem sei es den Sozialdemokraten offenbar nicht gelungen, in allen Stadtteilen zu punkten.

Siebert: Eine Zäsur

„Ein Bürgermeisterwechsel ist immer eine Zäsur“, erklärte der CDU-Kreisvorsitzende Bernd Siebert. Spogat habe sich gegen eine anerkannte Gegnerin durchgesetzt und mit seiner Persönlichkeit gepunktet. Die CDU könne in Fritzlar immer mit 40 bis 45 Prozent rechnen: „Was darüber hinaus geht, muss man sich erarbeiten“. Zugleich seien die Wählerbindungen aber nicht mehr so stark wie früher.

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Von Olaf Dellit

Quelle: HNA

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