Weiß, wie es geht: Horst Monk arbeitet als Schwimmmeister in der 20. Freibadsaison in Niederbeisheim

Das sieht nur aus wie Urlaub

Beobachter am Beckenrand: Schwimmmeister Horst Monk mit den Frühschwimmern im Niederbeisheimer Schwimmbad. Foto: Thiery

Niederbeisheim. Weiße Shorts, braun gebrannte Haut, die Sonnenbrille auf dem Kopf und ein Lächeln im Gesicht. So geht Horst Monk durch das Schwimmbad in Niederbeisheim. Das sieht aus wie Urlaub, ist es aber nicht. Das Freibad ist vielmehr seit nahezu 20 Jahren sein Arbeitsplatz. Monk ist dort Schwimmmeister und damit eine Institution in dem Knüllort.

Der 57-Jährige kennt fast jeden Gast persönlich, weiß um dessen Schwimmgewohnheiten und die Lieblingsliegeplätze auf der Wiese. Morgens begrüßt er die Frühschwimmer.

Für sie öffnet Monk das Bad um zehn Uhr. Vorher könnte er theoretisch selbst ins Becken springen und es sich im 10 mal 25 Meter großen Pool gut gehen lassen. Aber das macht er nur selten, wie er betont. „Ich arbeite hier, das ist ganz anders“.

„Ich arbeite in der Badesaison jeden Tag, auch Samstag und Sonntag.“

Horst Monk

Fit müsse er aber trotzdem sein. Alle fünf Jahre prüft das DLRG den Schwimmmeister. Die Ausbildung absolvierte Monk vor 20 Jahren, als er seine Stelle bei der Knüllwaldsauna in Wallenstein aufgab, um bei der Gemeinde Knüllwald die Badeaufsicht in Niederbeisheim zu übernehmen.

Er dachte weniger daran, in einen Traumjob zu starten; ihn lockte die feste Anstellung im öffentlichen Dienst. Statt dem Gabelstapler bewegt der gelernte KFZ-Mechaniker nun die Filteranlage, prüft Wasserqualität und Heizungsanlage und füllt jeden zweiten Tag das Planschbecken mit frischem Wasser – im Sommer ist das so.

Von September bis Anfang Mai arbeitet der Wallensteiner im Bauhof der Gemeinde, mäht den Rasen oder schippt Schnee. Dann hat er allerdings geregelte Arbeitszeiten und ein freies Wochenende.

Drei Monate durcharbeiten

Jetzt ist das ganz anders: Wenn das Wetter so gut ist, wie in den vergangenen Wochen, bedeutet das für Monk Einsatz rund um die Uhr.

„Ich arbeite in der Badesaison jeden Tag, auch Samstag und Sonntag“. An heißen Tagen wie diesen, könne das schon Mal richtig stressig werden. Aber das sei immer noch besser als die verregneten Sommer, in denen nichts los ist, meint er. Auch dann öffnet er das Bad zu festen Kernzeiten für die Stamm- und Frühschwimmer.

Während Monk erzählt, zieht der Niederbeisheimer Hubertus Liersch seine Bahnen und grüßt fröhlich. Ihn beachtet der Schwimmmeister aus dem Augenwinkel.

Wenn Kinder an das Becken kommen, erhöht sich die Aufmerksamkeit des Wallensteiners, erst recht wenn viele Schwimmer im Wasser sind. In Spitzenzeiten besuchen täglich 600 Menschen das Bad.

Ein Zwischenfall

Einmal gab es in den vergangen 20 Jahren einen schweren Zwischenfall: Ein Sechsjähriger Nichtschwimmer war vor zehn Jahren seinen Großeltern auf der Wiese davon gelaufen und in das Wasser gefallen. Monk hatte das sofort gesehen. Er holte den Jungen, der auf dem Beckenboden lag, sofort hoch. Der Junge atmete sofort wieder. „Der Schreck war groß, besonders bei den Großeltern“, sagt Monk. Meist kümmert er sich aber um kleinere Wehwehchen wie Schürfwunden und Stiche. Pflaster und Salbe sind immer im Notfallschrank. Sie holt Monk auch weiter mit seinem freundlichen Lächeln gern herbei. SIEHE WEITERE ARTIKEL

Von Christine Thiery

Quelle: HNA

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