Stadtverordnete unterstützen trotz einiger Bedenken Pläne für berufliches Gymnasium

Signal für neue Schule

Schwalmstadt. Mit nur einer Gegenstimme votierten die Schwalmstädter Stadtverordneten dafür, die Pläne für die Einrichtung eines Beruflichen Gymnasiums im Schwalm-Eder-Kreis zu unterstützen.

Das eindeutige Abstimmungsergebnis spiegelte jedoch nicht wider, dass es auch etliche Bedenken bei den Parlamentariern gegen das gemeinsame Vorhaben der beruflichen Schulen in Homberg und Schwalmstadt gibt.

Christel Bald (FWG) warnte gleich zu Beginn davor, dass man sich verzetteln könnte. Ein weiteres Schulangebot werde nicht der Situation gerecht, dass schon jetzt in den Oberstufenkursen der Gymnasien die Schüler fehlten.

Auch Andreas Göbel (CDU) unterstrich, dass es vor dem Hintergrund des demografischen Wandels besser sei, sich auf die bestehenden gymnasialen Standorte zu konzentrieren, statt neue aufzumachen.

„Maximale Zugänge“

Anders sah es Helmut Schwedhelm (SPD). Er forderte „maximale schulische Zugänge für Kinder“. In Sachen berufliches Gymnasium sei die Region noch ein weißer Fleck auf der Bildungslandkarte.

Die Einrichtung sollte zumindest geprüft werden und die Stadtverordneten könnten in der Angelegenheit ohnehin nicht entscheiden, sondern lediglich ein Signal setzen, um die Initiative der Schulen zu unterstützen. CDU-Fraktionsvorsitzender Karsten Schenk will zwar auch nicht ausschließen, dass sich die Konkurrenzsituation der Gymnasien verschärfen könne, aber es gebe eben auch viele Schüler für die ein berufliches Gymnasium „genau das richtige Angebot ist“.

Und Constantin H. Schmitt (FDP) glaubt, dass die Entwicklung des ländlichen Raumes mit den Angeboten zusammenhänge, die dort bestehen. Ein berufliches Gymnasium könne sich also durchaus positiv auf die Bevölkerungsentwicklung im Landkreis auswirken. „Wenn das Thema erstmal weg ist, dann bleibt es weg“, mahnte Schmitt.

Bürgermeister Wilhelm Kröll (SPD) findet, es solle kein „Gegensatz konstruiert“ werden. „Den Gymnasien wird nichts weggenommen“, sagte Kröll. Das neue Angebot richte sich vor allem an gute Realschüler, die den Weg aufs reguläre Gymnasium scheuen. Diese müssten bislang bis nach Alsfeld zum beruflichen Gymnasium fahren.

Nicht auf gleicher Linie

Dass er mit seiner Meinung nicht auf einer Linie mit seinem Parteigenossen Landrat Frank-Martin Neupärtl liegt, sieht Kröll entspannt.

Neupärtl hatte sich in einer ersten Reaktion skeptisch über die Pläne geäußert. Es fehlten für derartige neue Angebote schlicht die Schüler.

Um ein Berufliches Gymnasium einrichten zu können, müsste zunächst noch der Kreistag einen entsprechenden Beschluss fassen. Anschließend entscheidet das Hessische Kultusministerium über die Genehmigung.

Von Bastian Ludwig

Quelle: HNA

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