Wir sind Braun: Ohne die Tankstelle von LIFE geht nichts

Immer im Blick: Michael Ohlwein, Technischer Koordinator in der Energiezentrale, überwacht und regelt mit seinen Mitarbeitern die Versorgung der Produktion mit Gas, Wasser, Strom und Luft. Foto: Kamisli

Melsungen. „Wir sind B. Braun“- in unserer Serie stellten wir die Werke des Medizintechnikherstellers in Melsungen sowie Mitarbeiter und ihre Arbeitsbereiche vor. Heute endet unsere Serie mit Michael Ohlwein und Sascha Reinhardt von der Energiezentrale im LIFE-Werk.

Wir werden dann elf Werke am Standort Melsungen mit vielen Mitarbeitern in den zurückliegenden drei Jahren vorgestellt haben.

Mehrere Kilometer Leitungen und Rohre, Geräte mit Displays, Thermometern, riesige Kessel, viele Treppen und überallem ein Surren und Brummen - das ist die Energiezentrale. Am Arbeitsplatz von Michael Ohlwein und Sascha Reinhardt wird gewissermaßen der Treibstoff bereitgestellt, der die Produktion des LIFE-Werkes antreibt.

Strom, Wasser, Gas und Luft - im Fachjargon Medien genannt - werden in der Energiezentrale aufbereitet, um rund um die Uhr zur Verfügung zu stehen. Aber auch die Abwasserversorgung fällt in das Aufgabengebiet von Michael Ohlwein, dem Technischen Leiter der Energiezentrale, und seinen sechs Mitarbeitern.

„Das Abwasser muss zum Teil heruntergekühlt werden, da es mit 90 Grad hier ankommt“, sagt der 47-Jährige. Außerdem müsse der pH-Wert kontrolliert und gegebenenfalls einstellt werden bevor das Wasser in die Kanalisation eingeleitet wird.

Von der Heizung oder Kühlung der Gebäude über den Dampf für die Sterilisation bis hin zur Luft für die Reinräumen, wenn in der Energiezentrale etwas hakt, kann sich das auf die Produktion und Abfüllung der Infusionslösungen

im LIFE-Werk auswirken. Deshalb gibt es 75 000 Datenpunkte, über die die Systeme ständig kontrolliert und geregelt werden. „Die Varianz der Fehler ist groß“, sagt der Maschinenbauingenieur, der in Baunatal wohnt und in seiner Freizeit gern kocht und Sport treibt. Es gebe Fehler, die unmittelbar produktionsrelevant seien, aber auch solche, die sich nicht direkt auswirken.

Geht es um destilliertes Wasser, Dampf zum Sterilisieren und Pharmadruckluft, kommt Sascha Reinhardt ins Spiel. Im Bereich des 30-Jährigen aus Rotenburg werden sogenannte Reinmedien überwacht und bereitgestellt.

„Das Schöne an der Arbeit ist, dass man jeden Tag eine andere Baustelle hat“, sagt der Vater einer kleinen Tochter, der sich gerade zum Techniker weiterbildet.

Um das Wasser zu destillieren - also um alles herauszufiltern - steht in der Energiezentrale auch eine Entsalzungsanlage. Doch nicht nur Salz muss aus dem Wasser entfernt werden, sondern auch Schwermetalle, Bakterien und Keime, erklärt Reinhardt. Das Wasser müsse ständig überwacht werden, damit sichergestellt sei, dass sich keine organischen Stoffe darin befänden. Es gibt einen Tank, in dem ständig 200 000 Liter destilliertes Wasser bereitgehalten werden. „Das ist ein Puffer für Produktionsspitzen“, sagt Reinhardt. 600 Kubikmeter werden täglich benötigt. Es wird mit Glukose, Aminosäuren und Fetten und Elektrolyte angereichert und abgefüllt. 19 Mitarbeiter gehören zum Team von Sascha Reinhardt, davon arbeiten 16 im Drei-Schichtsystem. Zu den Aufgabe gehört auch die Einwaage und der Ansatz der Infusionslösungen.

Energie in Zahlen

10,2 Millionen Kubikmeter Druckluft wurden 2014 im LIFE-Werk verbraucht.

37,2 Millionen Kilowattstunden (kWh) Strom wurden laut Ohlwein benötigt sowie

100 Millionen kWh Gas. Es wurden außerdem

126 000Tonnen Dampf erzeugt und bereitgestellt sowie

373 000 Kubikmeter Frischwasser verbraucht.

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Quelle: HNA

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