Am Silbersee besetzen die ehrenamtlichen Mitglieder der DLRG die Wachstation – Vandalismus ärgerlich

Arbeit als ehrenamtlicher Rettungsschwimmer: Sie sind immer auf alles gefasst

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Mit Fernglas und Funkgerät: Frank Tischer (vorne), Leiter der Wachstation, und Rettungsschwimmer Christopher Berg.

Frielendorf. Dort arbeiten, wo andere Urlaub machen - so fassen die ehrenamtlichen Rettungsschwimmer am Silbersee in Frielendorf ihre Tätigkeit auf.

Was diese beinhaltet und warum die DLRG-Mitarbeiter mehr helfen als sie müssten, erfuhren wir vor Ort.

Die Ausbildung 

Mindestens 16 Jahre alt und nachweislich gesund muss man sein, um einen Wachdienst übernehmen zu können. Neben einer Mitgliedschaft in der DLRG wird ein Rettungsschwimmabzeichen in Silber benötigt. Gut sind Erste Hilfe- und Sanitäter-Kurse. Sinn ergebe zudem laut Frank Tischer, dem Leiter der Wachstation am Silbersee, Weiterbildung in Knotenkunde.

Aufwand/Entschädigung 

Am Silbersee ist die Wachstation in den Sommerferien täglich von 11 bis 17 Uhr besetzt, an Wochenenden von 10 bis 18 Uhr. Zum Team gehören mindestens zwei, häufig vier Personen. Wenn viele Gäste da sind, bleiben die ehrenamtlichen Helfer gern auch bis 21 Uhr im Einsatz.

Die Unterkunft im Hotel Etzel ist frei. Getränke werden durch die Gemeinde Frielendorf gestellt. Zusätzlich gibt es eine Aufwandsentschädigung in Höhe von 10 Euro sowie 6 Euro Verpflegungsgeld. Ausrüstung und Lehrgänge zahlen die Rettungsschwimmer allerdings jeweils aus eigener Tasche. Tischer ist seit 28 Jahren Mitglied in der DLRG. Jeweils vor und nach der Saison bereitet er die Wachstation auf. Im Sommer hat er etwa an drei Wochenenden und einmal zehn Tage am Stück Dienst. Dafür opfert der 32-Jährige sogar seinen Urlaub, denn hauptberuflich arbeitet er als Elektrotechniker.

Rettungsschwimmer Christopher Berg (23, Student) und Alicia Koch (18, Auszubildende zur Werkzeugmechanikerin, beide aus Edermünde) trainieren ebenso bis zu zweimal pro Woche im Schwimmbad bzw. am See.

Der Alltag 

Immer auf dem Sprung: Alicia Koch, Rettungsschwimmerin der DLRG-Ortsgruppe am Silbersee.

Zunächst werden die Flaggen gehisst, damit die Urlauber wissen, dass die Station besetzt ist. Dann wird diese überprüft, um Erste-Hilfe-Kasten und Liege im Ernstfall sofort zu Verfügung zu haben. Die Liegewiese um den Silbersee befreien die Rettungsschwimmer anschließend von Scherben und anderem Unrat. Danach wird die Wassertemperatur gemessen und überprüft, ob eventuell Blaualgen Sorgen machen könnten.

Meistens sind die Rettungsschwimmer Ansprechpartner für Gäste, was alles es am See gibt und wo gefahrlos geschwommen werden darf. Daneben sind Mücken- sowie Zeckenstiche und Wunden zu versorgen. Präsenz zeigen statt eingreifen zu müssen, lautet eine Devise. „Wenn wir wenig zu tun haben, kann das heißen, dass wir einen guten Job gemacht haben“, betont Tischer.

Die Besonderheiten 

Da es laut Frank Tischer in den vergangenen Jahren leider Suizidversuche am Silbersee gegeben hat, beschleiche ihn bei der Kontrolle mitunter ein flaues Gefühl. „Wir müssen immer auf alles gefasst sein“, betont er und ärgert sich, dass Fälle von Vandalismus wie entleerte Mülltonnen und zerstörte Holzbretter sich häufen. Die meisten Gäste seien aber vernünftig. Nur einmal sei es seit seinem Amtsantritt zu einer (erfolgreichen) Suchaktion eines Kindes gekommen.

Service 

Nach Angaben von Frank Tischer hat die DLRG-Ortsgruppe Edermünde etwa 160 Mitgliede. 25 sind Rettungsschwimmer, darunter zwei Bootsführer, vier Taucher und Schwimmtrainer. Am Silbersee ist die DLRG seit 2002. Tischer leitet die Stelle ehrenamtlich seit 2010. Zeiten der Schwimmkurse und weitere Infos unter: www.edermuende.dlrg.de/wachstation-silbersee.

Quelle: HNA

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