Die letzten ihrer Art: Seltene Kopfhainbuchen am Odenberg sollen erhalten werden

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Heikler Job: Sebastian Möller köpft die Bäume – bei den Schneitelbuchen ist dies eine lebenswichtige pflegerische Arbeit.

Schwalm-Eder. Sie sind die letzten ihrer Art in Nordhessen: Am Gudensberger Odenberg bilden 80 Kopfhainbuchen eine Allee. Die Stadt und eine Gruppe Ehrenamtlicher setzt sich nun für den Erhalt der überaus seltenen Bäume ein.

Der Ausflug mit Biologe Ingo Seifert-Rösing von der Stadt Gudensberg zu den imposanten Gewächsen war eine willkommene Abwechslung von der Schreibtischarbeit im Backhaus Schwarz in Gudensberg. Denn die Resonanz auf unser mobiles Arbeiten hielt sich gestern in Grenzen.

Seit schätzungsweise 50 Jahren seien die Bäume nicht mehr zurückgeschnitten worden, sagt Sebastian Möller von der Knüllwälder Firma „Der Baumläufer“. Möller und sein Team beschneiden derzeit die auffälligen Kopfhainbuchen oder auch Schneitelhainbuchen, die fast zweihundert Jahre alt sind. Sie wurden vermutlich um das Jahr 1825 gepflanzt.

In früheren Jahren seien die sehr vitalen Bäume absichtlich alle zehn Jahre auf den Kopf gesetzt worden, erklärt Möller. Landwirte nutzten das sehr harte Holz zum Feuermachen und die Ästchen als Reisig. Mit dem Laub wurden die Ställe ausgelegt. Diese Form der Bewirtschaftung finde aber schon lange nicht mehr statt.

„Das Holz, dass jetzt anfällt, stellen wir aber wieder Abholern zur Verfügung“, sagt Seifert-Rösing, der fürs Stadtmarketing zuständig ist.

Der Verein Naturlandstiftung mit dem Geschäftsführer Dr. Klaus Lambrecht, Karl-Heinz Knüppel (Ehrenamtsbörse) und Fritz Steinbrecher von den Heimatfreunden koordinieren den Beschnitt. 1200 Euro kostet dies für die ersten 13 Bäume, das Geld kommt von der Naturlandstiftung.

Zum Glück würden die Bäume jetzt beschnitten, sagt Sebastian Möller. „Geschieht das über längere Zeit nicht, brechen die Bäume auseinander und können sterben.“

Von Damai D. Dewert

Quelle: HNA

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