50 Jahre Ransrainanlage: Wasenberger Sänger gestalteten 1964 ihren eigenen Festplatz

Singen unterm Himmel

Historisch: Eines der ersten Ransrainsingen in den 1960er-Jahren.

Wasenberg. Das Ransrainsingen im August steht seit 1964 im Kalender der Mitglieder des Gesangvereins 1888 Wasenberg. In diesem Jahr blicken die Sänger auf 50 Veranstaltungen zurück. Vor einem halben Jahrhundert wurde das Areal im Ransrain von den Mitgliedern des Gesangvereins umgestaltet, die Wildnis verschwand, es entstand eine parkähnliche Anlage.

Chorleiter war damals Arthur Zeißler. Mit dabei war auch Philipp Wolf, heute Pressewart des Vereins. „Die Schreinerei Siebert hatte im Ransrain seinerzeit einen Holzlagerschuppen stehen, der den Sängern gespendet wurde.“

Nachdem Bürgermeister Heinrich Prinz und die Gemeindevertreter zugestimmt hatten, dass die Sänger das gemeindeeigene Areal umgestalten dürfen, begann die Arbeit an der ersten überdachten kleinen Halle.

Vorsitzender war damals Bauunternehmer Heinrich Staufenberg. „Er stiftete einen Großteil des Materials und weil wir Mitglieder aus allen Handwerksberufen im Verein hatten, wurde die Halle komplett in Eigenleistung errichtet“, erzählt Wolf. Mitglied Adolf George sei die erste überdachte Sängerbühne zu verdanken. Er hat sie gezimmert. Sogleich wurde die Anlage mit dem ersten Ransrainsingen eingeweiht. „Arthur Zeißler hatte damals die Idee – in Anlehnung an das Schwalmbergsingen in Treysa“, berichtet der Pressewart.

Die Tracht verschwand

Kassierer Gerhard Dippel erläutert: „Es ging auch darum, über den Mitgliedsbeitrag hinaus, Geld in die Vereinskasse zu bekommen.“ Insbesondere in den ersten zehn Jahren sei die Veranstaltung noch von vielen Trachtenträgern besucht worden. „Man konnte gut beobachten, wie die Tracht nach und nach aus dem Dorf verschwand“, erzählt Wolf. Stetig wurde die Anlage unter dem alten Baumbestand erweitert: Anfänglich fanden 80 Menschen Platz, heute gibt es 200 überdachte Sitzplätze. Das lauschige Areal wird längst nicht nur von den Sängern genutzt. Vereine wie der Kaninchenzuchtverein und andere feiern im Ransrain ihre Feste.

Die Sängerbühne selbst wurde vor vier Jahren von der Gemeinde wieder neu aufgebaut. Sie war zuvor abgebrannt. Für die Pflege des Areals sind die Vereine zuständig. „Mittlerweile wird die Anlage auch von Privatpersonen zum Feiern gemietet“, sagt die Vorsitzende des Gesangvereins Ingrid Rothe. Was die Wasenberger Sänger in den vergangenen Jahren vermissen, ist der Rückhalt aus dem Dorf: „Die Veranstaltung wird nur noch mäßig besucht. Wir würden uns wünschen, dass wir mehr unterstützt werden“, erklärt Philipp Wolf.

Jetzt hoffen die Sänger für ihr Jubiläum auf gutes Wetter. Nur ein einziges Mal fiel das Ransrainsingen in 50 Jahren wegen Regens aus. PROGRAMM

Von Sandra Rose

Quelle: HNA

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