Der Musiker und Journalist Andreas Köthe hat in Wabern ein Zuhause gefunden

Dem Sinn auf der Spur

Musik ist ihr Leben: Ewa und Andreas Köthe haben in Wabern ein Zuhause gefunden. Kennengelernt haben sie sich bei einem Konzert in Berlin. Foto:  Dellit

Wabern. Vor dem Gespräch hatte sich Andreas Köthe noch überlegt, was er eigentlich zu sagen hätte. Und dann sind plötzlich 45 Minuten um und Köthe könnte noch viel mehr erzählen aus seinem Leben. Langeweile muss für diesen Mann ein Fremdwort sein.

Der gebürtige Melsunger hat schon alles mögliche gemacht: Er hat am Flughafen gearbeitet, bei einer Internetplattform, im Sexshop und als Fahrer – wahlweise von Krankenwagen, Taxen oder Lastwagen. Vor allem aber hat er immer Musik gemacht.

Konzert in New York

Drei Jahre hat er das bei Walter Norris in Berlin gelernt, einem US-Amerikaner, der schon mit der Jazzlegende Stan Getz spielte. Mit Maxximal, einer Hip-Hop-Band, erzielte er erste Erfolge, später kam er mit Jazzotronic bis zu einem Auftritt in New York mit Stararchitekt Daniel Libeskind. Bei einem Konzert traf er auf Ewa Peouka, seine spätere Ehefrau.

Diesen Moment beschreibt er so: „Sie hat mich angehimmelt, ich habe zurück gehimmelt, und dann haben wir unsere Himmel zusammengeschmissen.“ Man merkt, dass Köthe nicht nur Spaß an Tönen und Melodien, sondern auch an Worten hat.

Kein Wunder also, dass einer seiner Jobs Freier Mitarbeiter für die HNA-Kulturredaktion in Kassel ist. Köthe ist die Allzweckwaffe für Konzertbesprechungen von Schlager bis Jazz, Berührungsängste kennt er nicht.

Texte und Worte sind auch wichtige Elemente seines aktuellen Projekts „TV Dilemma“, das der 55-Jährige als Mischung aus Videokunst, Performance und Lesung beschreibt. Bei dieser multimedialen Spurensuche stellt er nicht weniger als die Frage nach dem Sinn. „Auf die Sinnfrage hat heute keiner mehr Bock“, behauptet er und füllt die Lücke selbst.

Häufig ist er mit der Sängerin Romana Reiff unter dem Namen Soulsonic unterwegs. Gemeinsam treten sie für Firmen, aber auch bei Hochzeiten und anderen Festen auf.

Gerne aufs Land

Damit nicht genug, gibt es auch noch „Mikado Sphinx“, eine Mischung aus Polka, Chanson und Country. Dabei kommt Ehefrau Ewa ins Spiel, die die Ukulele spielt, die aus Polen stammt. Sie sei es gewesen, die gerne aufs Land wollte, sagt Andreas Köthe. Die Wahl fiel auf Wabern, wo sich beide sehr wohl fühlen und tolle Nachbarn haben.

Nur die Kultur könnte in Wabern noch gestärkt werden, findet Köthe und bedauert es, dass es die Harlekinade nicht mehr gibt. Wer weiß, vielleicht hilft er kulturell selbst nach, schließlich sagt er: „Bei mir muss immer etwas Neues passieren.“ Langeweile muss für ihn ein Fremdwort sein.

Von Olaf Dellit

Quelle: HNA

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