Neues in alten Räumen: Jazz-Trio „Cru Sauvage“ gastierte in der Hospitalskapelle

Sinnlicher, lebendiger Jazz

Klasse in der Kapelle: Burkhard Jasper, Kai Brückner und Christian Kappe sind Cru Savage. Fotos:  Rose

Treysa. Cru Sauvage ist ist eine wilde Kostbarkeit. Die Bohnen der wild wachsenden Kakaobäume gedeihen im bolivianischen Amazonasgebiet auf Landanhöhen. Die kleinen Bohnen bergen in sich einen besonderen Reichtum an Aromen. Aromatisch und köstlich klang auch das, was das gleichnamige Jazztrio „Cru Sauvage“ am Samstagabend in der Hospitalskapelle in Treysa von sich hören ließ.

Die drei Musiker bereicherten einmal mehr Stefan Reitz’ Reihe „Neues in alten Räumen“. Das Besondere: „Sie hören heute Abend kammermusikalisch reduzierte Musik“, erklärte Reitz. Gitarre, Klavier und Trompete verschmolzen alsbald unter den virtuosen Fingern der witzig-ironischen und überaus sympathischen Combo. Mit Christian Kappe, Burkhard Jasper und Kai Brückner haben sich im besten Sinne eigenständige Musikerpersönlichkeiten zusammen gefunden – ihnen gelingt der Spagat, einander genügend Raum zu lassen und sich gegenseitig zu inspirieren.

Kappe, der bereits in Treysa zu Gast war, lenkte mit feiner Ironie und einer umwerfenden Präsenz durch den Abend. „Ich habe hier an diese Kapelle nur die besten Erinnerungen – besonders an die Pause. Die war gesellig und lecker“, plauderte er während er sich die Ärmel seines Hemdes aufkrempelte „Ich hoffe, dass sich das wiederholt.“

Dass sich nichts wiederholt, vielmehr die Instrumentalbesetzung ungeahnte Klang- und Arrangiermöglichkeiten bot, erlebten die Zuhörer auf frische und ungekünstelte Art und Weise. „Burkhard hat es mit den Finnen“, erklärte Kappe. Der gab den finnisch klingenden Titel des Werkes preis und sagte kurz: „Was das bedeutet, weiß ich nicht.“

Es war vielmehr das, was zwischen den Zeilen, den Worten, den Werken zu entdecken war, was den sehr besonderen Reiz des Trios ausmachte. Die Tradition des finnischen Tangos nahmen die drei zwar auf: „Nur, dass wir es nicht als Tango spielen.“ Sinnlich und humorvoll, lebendig und zeitgenössisch klangen Interpretationen bekannter Standards. Jaspers Bearbeitung von Bachs „Jesu, meine Freude“ verschmolz schier in der Homogenität der Instrumente – berührend und bezaubernd.

Mit Mut zur Interpretation, Überraschung und Humor war das Publikum am Ende vollends gefangen im Klang von Cru Savage.

Quelle: HNA

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