Größter Wunsch der Sippershäuser erfüllt

Neues Gemeindehaus: 175.000 Euro Zuschuss von der Landeskirche

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Sie legen letzte Hand fürs große Fest an: Am Pfingstsonntag wird das neue große und gelle Gemeindehaus Sipperhausen eingeweiht. Elke Korn, Karin Röse, Erna Mosebach, Elvira Clobes, Henrik Hocke, Michael Meyer und Pfarrerin Gudrun Ostheim (von links) verschönern das Gelände. Fotos:  Wenderoth

Sipperhausen. Diese Einweihung wird im wahrsten Sinne des Wortes ein Fest: Denn es vergingen Jahre, bis sich der größte Wunsch der Sipperhäuser erfüllt hatte: ein neues Gemeindehaus.

Drei Jahre lang hatten sie Verhandlungen geführt, Anträge ausgefüllt, Ideen entwickelt und immer wieder betont, wie wichtig ein solches Gebäude für den Malsfelder Ortsteil ist. Denn in dem gibt es weder ein Dorfgemeinschaftshaus noch eine trockene Versammlungsgelegenheit - im alten, viel zu kleinen Gemeinderaum zog es nicht nur durch die Fenster, es regnete auch durchs Dach.

Doch die ungemütlichen Zeiten sind endgültig vorbei. Das alte Gebäude wurde teilweise abgerissen, ein Erweiterungsbau hoch gezogen. Das alles hatte auf den Tag genau zwei Jahre gedauert: Pfingsten 2012 hatten die Arbeiten begonnen.

Bis auf einige wenige Spezialarbeiten schulterten die Mitglieder der Kirchengemeinde Abriss, Aufbau und Renovierung in Eigenleistung: Sie schufteten insgesamt 10 000 Stunden ehrenamtlich und unentgeltlich. An manchen Tagen, berichtet Pfarrerin Gudrun Ostheim, hätten die Gemeindemitglieder im Drei-Schichten-Betrieb gearbeitet. Die Helfer kamen nicht nur aus Sipperhausen, sondern aus allen Ortsteilen der Kirchengemeinde.

Während die Männer hämmerten und sägten, hätten die Frauen die freiwilligen Bauarbeiter mit Essen versorgt, sagt Ostheim: Eine der Köchinnen habe die Mahlzeiten passenderweise mit der Schubkarre an die Baustelle gebracht. Die Landeskirche wusste diesen großen Einsatz der Gemeindemitglieder - bei denen auch Bauleitung und Einsatzplanung lag - zu würdigen: Sie gab 175 000 Euro zum Bau dazu, weitere 30 000 Euro kamen mit Spenden zusammen. Damit war das neue Gebäude finanziert. Aber auch Landwirte und Unternehmen beteiligten sich am Projekt, sie stellten kostenlos Maschinen, Geräte und Transportkapazitäten bereit.

Tolles Ergebnis

Pfarrerin Gudrun Ostheim ist sehr zufrieden mit dem Ergebnis, das sich nun sehen lassen kann. Die Räume sind hell, der Saal groß. Wie viele Mitglieder ist sie davon überzeugt, dass das neue Haus von der gesamten Kirchengemeinde genutzt wird. Das beweisen die Belegungszahlen schon jetzt: Seit Wochen treffen sich Gruppen in den Räumen, an manchen Tagen finden gleich drei Veranstaltungen statt. Der Kirchenchor, die Konfirmanden, Gesprächsrunden und Kaffeenachmittage sorgen dafür, dass der Raum oft mit Leben erfüllt ist. Auch für private Familienfeiern könne der Raum gemietet werden, sagt Gudrun Ostheim.

Zum Pfingstfest sind dann auch die Außenanlagen fertig und Restarbeiten erledigt. Die Mitglieder der Kirchengemeinde können stolz sein - auf sich, ihren Einsatz und ihren Zusammenhalt. Der sei in Zeiten wie diesen schon lange nicht mehr selbstverständlich, sagt Gudrun Ostheim.

Das neue Gemeindehaus ist Anlaufpunkt für die Mitglieder des Kirchspiels, das die Ortsteile Sipperhausen, Mosheim, Ostheim, Dickershausen, Hombergshausen, Lengemannsau, Bubenrode und Mörshausen umfasst. Die Einweihung erfolgt am Pfingstsonntag, 8. Juni, ab 11 Uhr mit einem festlichen Gottesdienst. Dazu wird auch zu dem auch Pröpstin Sabine Kropf-Brandau aus Bad Hersfeld erwartet. Bei Mittagessen, Kaffee und Kuchen können die Besucher dann auch das neue Gebäude besichtigen.

Von Helmut Wenderoth

Quelle: HNA

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