39 Instrumentalisten sitzen auf gepackten Koffern

Musikzug des TSV Rot-Weiß Körle sucht Proberaum

Nadine Pfeiffer

Körle. Zentimeter für Zentimeter hat er die Luftaufnahme von Körle abgesucht. Alle Quader, die infrage kamen, hat er sorgfältig markiert. Und alle hat er bisher wieder durchgestrichen. Reiner Wenzel, Spartenleiter des Musikzugs des TSV Rot-Weiß Körle, konnte bisher keinen Raum in Körle und den Nachbardörfern finden, in denen 39 Bläser, Schlagzeuger und Trommler üben können. Zu klein sei der eine, zu teuer der andere Raum.

„Es muss doch weitergehen“, sagt Wenzel, der am Dienstagabend mit den Mitgliedern von Musikzug und Jugendorchester nach Dörnhagen in Fuldabrück gereist ist, um dort Stücke für die kommenden Auftritte zu proben.

Das Stadtfest in Kassel, das Bergseefest in Thüringen und der Familientag in Röhrenfurth stehen schon im Terminkalender der Gruppe.

„Der Proberaum in Dörnhagen ist eine Notlösung“, sagt Wenzel und deutet auf die sperrige Kesselpauke, mit dem ihr Spieler sieben Kilometer von Körle nach Dörnhagen gereist ist. Jene Spielmänner und -frauen, die in Melsungen und Spangenberg wohnen, hatten eine noch weitere Anfahrt.

Fünfmal ist der Musikzug in 15 Jahren umgezogen. Zuletzt spielte die Gruppe in einer Körler Gaststätte. Diese wurde jetzt verkauft, und der Musikzug muss wieder weiterziehen.

Doch wohin mit den großen Instrumenten und dicken Notenbüchern, darauf hat diesmal kein Mitglied eine Antwort. 39 Musiker suchen 80 Quadratmeter zur Miete – 60 zum Proben, 20 zum Lagern ihrer Instrumente. Immer zugänglich soll der Probenraum sein: „Neben der gemeinsamen Probe am Dienstag veranstalten wir Übungswochenenden und Workshops, manche Mitglieder nehmen zusätzlich Einzelunterricht“, sagt Wenzel.

Die Geschichte des Musikzuges ist eine von großen und kleinen Nöten: Als drei Körler Musiker die Gruppe im Juni 1959 gründeten, mussten sie sich Pauken und Becken leihen, weil die Instrumente fehlten. Nun fehlt den Mitgliedern ein Platz für Trompeten, Trommeln und alle anderen Utensilien, die ein gutes Konzert ausmachen: „Wir haben keine Zeit, laufend auf- und abzubauen“, sagt Pressesprecherin Nadine Pfeiffer. Und auch die Instrumente leiden darunter, fügt Wenzel hinzu.

Die Suche nach dem Proberaum stellt die begeisterten Musiker vor eine Geduldsprobe. Schon vier Jahre suchen sie nach einer Lösung, sagt Pfeiffer: „Wir wollen doch nur spielen.“

Für umsetzbare Ideen oder Angebote ist der Musikzug dankbar. Hinweise: Tel. 05665/2618 oder tagsüber 0561/209 1271 (Reiner Wenzel) oder an 05665/404 928 (Nadine Pfeiffer).

Quelle: HNA

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