Marcus Loeber und Máté Kamarás boten eine kontrastreiche Show im Scala-Varieté

Skurril, laut und gekonnt

Fritzlar. Er dachte, er wäre ein Rockstar. Doch dann soll sich seine Stimme als zu opernhaft erwiesen haben. Darüber informierte Bühnensänger Máté Kamarás die Zuhörer mit einem Augenzwinkern.

Schauplatz einer kontrastreichen Show zwischen toller Musik und einer geballten Ladung skurrilem Bühnenchaos war das Scala-Varieté in Fritzlar am Samstagabend. Als Akteure traten der aus Ungarn stammende Musical-Sänger und der in Fritzlar geborene Pianist und Komponist Marcus Loeber auf.

Vor 120 Zuhörern interpretierten die beiden versierten Musiker Welthits auf ihre Weise. So sang Kamarás mit gefühlvoller Stimme „Fix you“, ein Song der Gruppe Coldplay. Parallel dazu wurde auf einer Leinwand ein Video gezeigt, in dem er im dunklen Anzug durch die Natur läuft.

Selbstironie und Komik

In Sekundenschnelle verwandelten sich die beiden Akteure zu Figuren, die mit allerhand Selbstironie und grotesker Komik das Publikum veralberten. Da erklang auf dem Klavier ein fetziger Rock´n´ Roll, in den Kamarás mit der Bluesharp einfiel. Die Meinungsverschiedenheit zwischen Pianist und Sänger darüber, wie das Stück zu spielen ist, kommentierte der Mann am Mikrofon: „Ich bin zwar blond, aber ich merke alles.“

Wenig später wollte ihm als Phantom der Oper einfach nicht das vorgesehene Lied gelingen, weil mehrfach und natürlich planmäßig die falsche Begleitmusik ertönte.

Als Miss Freiheitsstatue brachte Marcus Loeber das Publikum zum Lachen, während der Queen-Song „It´s a kind of magic“ bedeutungsvoll eingespielt wurde.

So strömte der Abend zwischen sanften und rockigen Songs und lauten, clownesken Aktionen dahin. Viele Fans, die der jungen Generation zuzuordnen sind, waren von weit her gekommen, um das Duo zu erleben. Sie fanden die Show toll und waren von dem, was sie sahen und hörten, hellauf begeistert.

Eine Dame, die mehr der reifen Jugend angehörte, resümierte: „Einfach nichts dabei denken“. Der Tisch, an dem sie mit einem anderen Gast saß, war nach der Pause nicht mehr besetzt. Für die älteren Semester waren die ruhigen Abschnitte des Abends, in denen Kamarás Gesang und Loebers Klavierspiel zur Geltung kamen, die schönsten.

Von Michael Auerbach

Quelle: HNA

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