107 Jahre alte Katharina Mette wurde im Fritzlarer Hospital erfolgreich operiert

Sohn, 82: Mutter geht’s gut

Sie ist wieder mobil: Katharina Mette aus Gudensberg (vorne), immerhin 107 Jahre alt, hat die Operation ihres gebrochenen Oberschenkels gut überstanden. Sohn Heinrich (82, rechts) betreut seine Mutter zu Hause im Villaweg. Die Ärzte (von links) Dr. Carsten Bismarck, Dr. Marion Conradts und Michael Schifrin sind stolz auf ihre Patientin. Foto: ula

Fritzlar. Sie steht wieder sicher auf ihren Beinen, geht am Stock auch die Treppe vom Haus zum Villaweg in Gudensberg runter: Katharina Mette, mit 107 Jahren älteste Einwohnerin im Schwalm-Eder-Kreis, ist wieder mobil.

Trotz eines Oberschenkelhalsbruchs.

„Mutter geht es gut“, freut sich Sohn Heinrich Mette (82), der sich zu Hause mit seiner Frau Ingrid um die betagte Dame kümmert. Er hatte im Fritzlarer Hospital für Erstaunen gesorgt, als er – selbst Patient – fragte, wie es seiner Mutter gehe. „Ein 82-Jähriger mit Mutter - das hatten wir noch nie“, sagt Oberärztin Marion Conradts.

Dass die 107-Jährige wieder laufen kann, das ist jedoch kein Wunder, sondern ärztlicher Kunstfertigkeit und dem wissenschaftlich-technischen Fortschritt zu verdanken. Vor allem aber der Bereitschaft der Chirurgen im Fritzlarer Hospital Zum Heiligen Geist, schonende Operations- und Narkoseverfahren anzuwenden, um auch einer hoch betagten Frau zu mehr Lebensqualität zu verhelfen.

„Früher hätte man eine solche Verletzung bei einem sehr alten Menschen nicht operiert“, sagt Dr. Carsten Bismarck, Chefarzt der Chirurgie im Hospital. Die Folge waren lange Liegezeiten im Krankenhaus und danach, Lungenentzündungen und Embolien drohten. Und an Mobilität wie zuvor war oft nicht zu denken.

Warum ist eine solche Operation heute möglich? Dr. Bismarck nennt verschiedene Gründe: • die Verletzungen durch die OP sind so gering wie möglich, • die schonende Narkose belastet den Patienten nur wenig, • neue Implantate, die den Bruch verbinden, müssen nicht wieder entfernt werden, • die moderne Schmerzbehandlung erlaubt es, sich schnell wieder zu bewegen.

Auf diese Weise schaffen es die Patienten, schon am Tag nach dem Eingriff wieder aufzustehen, auf die eigenen Beine. „Das ist unser Ziel nach jeder dieser Operationen“, sagen Dr. Marion Conradts und Michael Schifrin, die Katharina Mette operierten.

Für das Fritzlarer Hospital sei es wichtig, ein Signal zu setzen für die älteren Menschen, sagt der Chefarzt. Und: „Neue Verfahren anzuwenden, ist kein Privileg der Jugend.“ Im Gegenteil. In einer immer älter werdenden Gesellschaft sei es wichtig, den alten Menschen Mut zu machen, sich etwas zuzutrauen.

Für Katharina Mette und ihre Familie hat sich dieser Mut gelohnt. Der Alltag hat sie wieder.

Von Ulrike Lange-Michael

Quelle: HNA

Kommentare