"Verzögerung mit neuem Rechnungssystem"

Solarstrom-Erzeuger warten auf ihr Geld von Eon-Mitte

Schwalm-Eder. Etliche private Stromerzeuger, die Energie in das Netz von Eon-Mitte einspeisen, warten auf ihr Geld. Betroffen ist eine unbekannte Zahl an Betreibern von Photovoltaikanlagen.

Bei Kai Knöpper, Bürgermeister von Neuental, gingen im Rathaus deswegen mehrere Beschwerden ein, erklärte er. Die erste Abschlagszahlung wird in einer Jahresabrechnung 2010 erst für Ende Februar angekündigt.

In manchen Fällen müssen die Stromerzeuger Geld zurückzahlen, weil sie im vergangenen Jahr weniger Strom erzeugt haben, als durch die Abschläge gedeckt war. Dieses Geld hat die Eon bereits Anfang des Monats eingezogen.

Für viele Privatleute seien die Anlagen ein Steuersparmodell, sagte Knöpper. Wenn sie dafür einen Kredit laufen hätten, sei es denkbar, dass sie wegen der verzögerten Auszahlung in Verzug geraten und ins Minus rutschten.

Die Firma Entrason-Solarpark (Edertal) betreibt einen großen Solarpark am Peterswald in Neuental. „Wir haben große Schwierigkeiten mit den Abrechnungen“, sagte Geschäftsführerin Hannelore Arendt. Sie bemängelte mangelnde Transparenz bei den Abrechnungen von Eon.

Der elf Hektar große Park hat 286 Solarbäume und könnte nach Firmenangaben 900 Haushalte mit Strom versorgen.

Eon bedauert die verzögerten Zahlungen „in einigen Fällen“, teilte Pressesprecher Steffen Schulze auf HNA-Anfrage mit. Wie viele Kunden betroffen sind, könne er nicht beziffern. Der Konzern müsse wegen gesetzlicher Vorgaben die Bereiche Netz und Vertrieb derzeit entflechten und habe sein Abrechnungssystem umstellen müssen. Das sei mit viel Aufwand verbunden, was zu den Verzögerungen führe.

Etwaige Verzugszinsen könne Eon nicht ausgleichen. Die Solarbetreiber hätten keinen Anspruch auf monatliche Abschlagzahlungen. Das Gutschriftverfahren sei eine Dienstleistung.

Quelle: HNA

Kommentare