Soldaten und Helikopter fliegen von Fritzlar nach Afghanistan

Dieter Heer

Schwalm-Eder. Für die Fritzlarer Soldaten beginnt mit einem Appell am Donnerstag offiziell die Verlegung nach Afghanistan. Um die 65 Soldaten des Kampfhubschrauberregiments 36 werden dann in Mazar-i-Sharif im Norden des Landes eingesetzt.

Mit den Soldaten werden erstmals auch vier Kampfhubschrauber vom Typ Tiger an den Hindukusch geschickt, wie Regimentskommandeur Dieter Heer im Gespräch mit der HNA bestätigte. Zwei Helikopter sollen stets einsatzbereit sein, die übrigen beiden dienen als technische Reserve, erläuterte der Oberstleutnant.

Für den Tiger gibt es laut Heer drei Hauptaufgaben:

• Die Feuerunterstützung für Bodentruppen.

• Die Absicherung von Truppenbewegungen am Boden und in der Luft, zum Beispiel von Konvois.

• Bewaffnete Aufklärung: Damit ist die Suche zum Beispiel nach Talibankämpfern und ihre Bekämpfung gemeint.

Heer erinnerte an den deutschen Oberst Klein, der im Jahr 2009 einen Luftangriff auf zwei von Taliban gekaperten Tanklastzügen befohlen hatte, bei dem 91 Menschen getötet wurden, darunter viele Zivilisten. Mit dem Tiger wäre ein solcher Vorfall möglicherweise vermeidbar gewesen, sagte Heer, denn mit dem Hubschrauber hätte man die verwirrende Situation besser aufklären können.

Die ersten Soldaten sind abgereist, die meisten gehen Anfang Dezember. Insgesamt ist der Einsatz auf 18 Monate angelegt, nach drei bis vier Monaten werden die Soldaten abgelöst. Die Stimmung unter den Soldaten sei vielschichtig, sagte Heer. Viele seien froh, dass der Tiger nach jahrelanger Vorbereitung nun in den Einsatz gehe, es gebe aber auch Unsicherheit.

Von Olaf Dellit

Quelle: HNA

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