Vor 50 Jahren wurde das Feldartilleriebataillon 21 in der Harthbergkaserne stationiert

Soldaten prägten Treysa

Offizielle Ankunft in Treysa: Die Bevölkerung nahm großen Anteil, als der damalige Treysaer Bürgermeister Ernst Hohmeyer das Feldartilleriebataillon 21 auf dem Marktplatz empfing. Das Bild wurde wenige Tage nach dem 21. September 1961 aufgenommen. Foto: Archiv

Schwalmstadt. Vor 50 Jahren wurde Treysa Garnisonstadt der Bundeswehr. Am 21. September 1961 zog das Feldartilleriebataillon 21, das vorher in Fritzlar stationiert war, in die neugeschaffene Harthbergkaserne ein. 1969 zog das Raketenartilleriebataillon 22 von Frankenberg nach Treysa.

Dem Einzug vorausgegangen waren seit 1955 Verhandlungen des damaligen Treysaer Bürgermeisters Ernst Hohmeyer mit Vertretern des Bonner Verteidigungsministeriums und eine mehrjährige Bauphase der Bundeswehrgebäude am Treysaer Stadtwald Harth.

Die in Treysa stationierten Soldaten und ihre Familien prägten danach 45 Jahre lang die Stadt, bis der Standort 2006 geschlossen wurde.

Bis heute hält der 1991 gegründete Traditionsverein Schwälmer Artillerie mit seinen in ganz Deutschland verstreuten 368 Mitgliedern die Erinnerung der Bundeswehr in Treysa hoch.

„Die Soldaten und ihre Angehörigen waren für Treysa nicht nur ein wichtiger Wirtschaftsfaktor, sondern beteiligten sich auch aktiv am gesellschaftlichen Leben“, berichtet Hans Günter Wald, ein ehemals in Treysa stationierter Soldat und heute Vorsitzender des Traditionsverbands Schwälmer Artillerie. So stellten die Soldaten unter anderem zwei Mal den Treysaer Karnevalsprinzen, traten den örtlichen Sportvereinen bei, waren im Stadtparlament vertreten und wurden Sänger bei der Liedertafel Treysa.

Zu den besten Zeiten der Bundeswehr in Treysa waren dort 1300 Soldaten stationiert. Aus den in der Harthbergkaserne stationierten Artilleriebataillonen sind hochrangige Bundeswehrgeneräle hervorgegangen, wie beispielsweise der spätere brandenburgische Innenminister Jörg Schönbohm (Generalleutnant a.D.).

Sechs Mal fand am Standort Treysa der Große Zapfenstreich der Bundeswehr statt, zum letzten Mal im Oktober 2001. Außerdem waren von 1961 bis 1992 auch Soldaten aus den USA in der Harthbergkaserne stationiert. Nach dem Fall der Mauer und dem Ende des Kalten Krieges wurde das 7. US-Artillery-Detachment am 25. Juni 1992 in die Vereinigten Staaten verlegt. WEITERE ARTIKEL UNTEN

Von Michael Schorn

Quelle: HNA

Kommentare