Wichtigster Verkehrsknotenpunkt der Innenstadt

Dienstag startet Mini-Kreisel-Test an der Drehscheibe in Homberg

Die Grafik ist schon fertig: Nach dieser Zeichnung soll der Mini-Kreisel auf der Drehscheibe entstehen. Foto: Unger-Ingenieure

Homberg. Das kleine gelbe Kreuz auf der Mitte der Kreuzung Kasseler Straße/Ziegenhainer Straße und Westheimer Straße in Homberg fällt nicht sofort auf, doch ist es der Anfang einer großen Veränderung in der Homberger Innenstadt:

Die Testphase für einen Mini-Kreisel an der Drehscheibe - dem wichtigen Verkehrsknotenpunkt der Innenstadt.

Der Start 

Montag, ab 20 Uhr, wird die Kreuzung voll gesperrt, dann beginnen die Arbeiten an der provisorischen Verkehrsführung an der Drehscheibe. Ab Dienstag läuft dann der Kreisel-Test. Die Ampeln werden zwar nicht abgeschaltet, aber verhüllt, erklärt Bürgermeister Dr. Nico Ritz.

Die Dauer 

Sechs Wochen dauere die Testphase. „Drei davon sind in den Ferien“, sagt Bürgermeister Dr. Nico Ritz. In dieser Zeit herrsche weniger Verkehr und man könne sich an die neuen Bedingungen gewöhnen. Doch werde man den Mini-Kreisel auch drei Wochen lang mit regulärem Verkehrsaufkommen unter die Lupe nehmen.

Der Kreisel 

Um einen Mini-Kreisverkehr auf die Fahrbahn zu bringen, werden spezielle Schwellen und Markierungsnägel darauf angebracht. Außerdem werden vier Zebrastreifen eingerichtet. Dafür wurden Lampen an den Ampelstangen befestigt. Die vier neuen Übergänge sollen im Dunkeln gut zu sehen sein. Die bestehende Beleuchtungsstärke reiche nicht aus, deshalb rüste man nach, so Frank Kruse von Unger-Ingenieuren. Und weiter: „Die Streifen für die Übergänge werden aufgeklebt.“ Außerdem werde mit gelber Folie der Gehweg erweitert.

Die Kosten

Wer glaubt, dass ein paar gelbe Plastikteile und einige Klebestreifen auf der Straße nicht viel kosten können, irrt. 20 000 Euro wird der Test verschlingen. Es sind nicht nur die Kosten für Material und Installation, auch die Planungskosten fließen mit hinein. „Es ist eine professionelle Baustelleneinrichtung“, so Ritz. Die Kosten trägt Schoofs-Immobilien, die ein Einkaufszentrum an der Drehscheibe bauen wollen (wir berichteten)

Die Bedarfsampel

Während der Testphase wird es keine Bedarfsampel an der Kasseler Straße geben, damit sei die Überquerung der Kreuzung in dieser Zeit nicht barrierefrei möglich. „Das ist in der Baustellenvariante nicht möglich“, so Ritz. Wird der Mini-Kreisel gebaut, wird es die Behelfsampel geben.

Das Misstrauen

Es gebe ein gesundes Misstrauen gegen die Lösung, an der Drehscheibe, einen Mini-Kreisel einzurichten, sagt Ritz. Deshalb wolle man nun praktisch prüfen, was theoretisch berechnet wurde. Da man mit den Gebäuden, die an drei Stellen der Kreuzung stehen, feste Fixpunkte habe, spreche vieles für einen Mini-Kreisel. Dieser falle mit einem Durchmesser von 20 Metern kleiner als ein kleiner Kreisel aus.

Das Ergebnis

„Es ist keine normale Baustelle“, sagt Frank Kruse. Doch erwarte er keine großen Probleme. Davon, dass der Testbetrieb schlechter laufen werden als der Regelbetrieb mit Mini-Kreisel, geht Ritz aus. „Es lassen sich nicht sämtliche Einflussgrößen einrechnen“, erklärt er. Doch geht er nicht davon aus, dass man sich hinterher gegen den Mini-Kreisel entscheidet. „Es gibt auch noch keinen Plan B“, so Kruse.

Man müsse bei Problemen eben überlegen, wie man sie lösen könne und deshalb sei der Test gut und wichtig: „Wir bekommen im Detail raus, was wir machen können, damit es rund läuft“, so Ritz.

Der Grund

Der Kreisel wird nötig, weil an der Drehscheibe in Homberg ein Einkaufszentrum (ehemaliges Areal Ulrich) gebaut werden soll. Dadurch werde das Verkehrsaufkommen steigen und die derzeitige Ampelregelung sei dann überfordert, hatten Verkehrsplaner erklärt.

Quelle: HNA

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