Sie sollen viel mehr zahlen

Waldbesitzer ärgern sich über Gebührenerhöhung für die Beforstung

Hoffen auf eine Lösung: Otto Krause und Karl Weiß. Foto: Yüce

Homberg. Sie sollen für die gleiche Leistung viel mehr zahlen: Viele Waldbesitzer im Schwalm-Eder-Kreis sehen die gute Zusammenarbeit mit Hessen-Forst gefährdet.

Das betonen Otto Krause, Vorsitzender der Forstbetriebsvereinigung (FBV) und Karl Weiß, Vorsitzender der Forstbetriebsgemeinschaft (FBG) Homberg.

Die hessische Landesregierung plane, die Gebühren drastisch zu erhöhen und somit etwa 3,6 Mio. Euro mehr einzunehmen. Diese Einnahmen sind schon für den kommenden Haushalt eingeplant. Damit sie haushaltswirksam werden, muss die Richtlinie noch im ersten Quartal offiziell werden. Und das geschehe auf Kosten der Waldbesitzer, sagt Weiß. Beide betonen, dass man nichts gegen eine Preiserhöhung habe und man bereit sei, mehr zu zahlen. „Wir wollen nichts umsonst haben“, sagt Krause. .Aber sie seien gegen die geplante Umsatzbeteiligung am Holzgelderlös von bis zu 20 Prozent (Brutto) plus gesetzlicher Umsatzsteuer. Das schlage dem Fass den Boden aus, sagt Weiß. Bisher wurde so genannter Gemeinschaftswald von Hessen Forst zwar gepflegt, allerdings zu den günstigen Tarifen von Privatwald berechnet. Damit soll nun Schluss sein.

Drastische Erhöhung 

„Unter uns Waldbesitzern gibt es eine große Bereitschaft, dass wir uns in einem gewissen Umfang an den Kosten beteiligen. Schließlich ist es legitim, dass das Land für seine Leistungen auch Geld verlangt.“ Allerdings sei bei der geplanten drastischen Erhöhung durch die Landesregierung die Wirtschaftlichkeit in Frage gestellt.

Die Waldbauern befürchten Kostensteigerungen um das Zwölffache, sagt Weiß. „Es bleibt dann einfach zu wenig übrig“, erklärt Otto Krause. Deshalb seien die Waldbesitzer gezwungen, sich auf eigene Beine zu stellen. Auch wenn sie das eigentlich bedauern würden: „Wir arbeiten seit Jahren sehr gut mit Hessen Forst zusammen. Und würden gerne bei Hessen Forst bleiben“, sagt Weiß. Aber man werde von der Landesregierung zum Umdenken gezwungen. „Wir müssen prüfen, obwir nicht in Eigenregie das Holz verkaufen und Aufträge an private, günstigere Anbieter vergeben“, sagt Weiß. Das hätte dann sicher auch personelle Konsequenzen für Hessen Forst, vermutet er. Aber: Es bleibe ihnen kein anderer Weg, sagen sie. „Wir müssen uns wehren“, betont Weiß.

Wald hat Erhohlungsfaktor 

Der Wald sei wichtig und die Waldbesitzer stellten ihn auch selbstverständlich zur Verfügung. „Wir zäunen ihn nicht ein. Er kann als Erholungsfaktor genutzt werden und er ist Klima- und Wasserfilter.

Diese Leistungen, die die Waldbesitzer für die Allgemeinheit zur Verfügung stellten, würden vom Land nicht mit in die Kalkulation einbezogen. „Das wird nicht gewertschätzt“, sagt Weiß.

Quelle: HNA

Kommentare