Solo für Kaufmann: Er bewirbt sich als einziger um das Bürgermeisteramt

Mit Jürgen Kaufmann im Gespräch: Der 49-Jährige will zum dritten Mal Bürgermeister in Schwarzenborn werden. Foto: Grede

Schwarzenborn. Hauptstadt statt Knüllköpfchen? Klar, darüber nachgedacht hat Jürgen Kaufmann schon manchmal. Bundestag wäre interessant gewesen, gibt er zu, aber seitdem er Bürgermeister in Schwarzenborn ist, will er nirgendwo anders mehr sein.

Am Sonntag 16. September, stellt sich der 49-Jährige den Schwarzenbörnern zum dritten Mal zur Wahl. Erstmals gibt es zu Jürgen Kaufmann keine Alternative: Der SPD-Mann tritt als einziger Kandidat an.

Auf zwölf Jahre Berufserfahrung kann er inzwischen zurückblicken, und nicht nur einmal machte Hessens kleinste Stadt in dieser Zeit überregional auf sich aufmerksam. Erhöhung der Abwassergebühren, die Diskussion um das Krematorium, die in einem Bürgerentscheid gipfelte, der Erhalt der Grundschule und der sich mit jeder Reform wiederholende Kampf um den Bundeswehrstandort: „Langweilig ist es mir in Schwarzenborn nie geworden“, gibt Kaufmann zu.

Inzwischen ist es ruhiger geworden um die Kleinstadt auf dem Knüllplateau. Nicht sichtbar, aber spürbar: Das manchmal durchaus raue Klima der vergangenen Jahre scheint sich in Schwarzenborn gewandelt zu haben. Eine Veränderung, die Jürgen Kaufmann als großen Erfolg verbucht.

Viele Wogen haben sich geglättet, auch der Rathauschef hat sich mehr Gelassenheit zugelegt. „Man muss versuchen, die Dinge sachlich anzugehen und durchzustehen“, sagt Jürgen Kaufmann inzwischen. Führung und Moderation lauten seine Stichworte, auch wenn man durchaus mal „Pflöcke einrammen muss“.

Aber es sind nicht nur die leisen Töne aus dem Rathaus, langsam wird auch sichtbar wie sich Schwarzenborn gegen das Gespenst der demografischen Veränderung stemmt. Einen Laden, an dem Schwarzenbörner genosschenschaftlich beteiligt sind, eine Ärztin, einen Kindergarten, eine Grundschule, in der in diesem Jahr neun Kinder eingeschult wurden, auch Immobilien sind handelbar, gar einen leichten Zuzug verzeichnet Schwarzenborn. Diese doch relativ gute Grundinfrastruktur zu erhalten, werde die Aufgabe seiner nächsten Amtszeit sein, ist Jürgen Kaufmann überzeugt.

Kernthema wird dabei auch die interkommunale Zusammenarbeit sein. Die kleinen Kommunen werden über kurz oder lang ein Personalproblem bekommen, sagt Kaufmann.

Ideen hat dazu hat der 49-Jährige: Das Rathaus als Servicestelle mit Ansprechpartnern vor Ort und Bürgermeister, die diese Zusammenarbeit managen: „Es ist nicht sinnvoll, alles alleine zu machen.“ In diesem Bereich müsse man sich neu aufstellen, sollte dabei aber nie die Kommune - mit eigenem Parlament, das die Budgethoheit hat - als kleines selbstständiges Gemeinwesen aus dem Blick verlieren. (syg)

Quelle: HNA

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