Blumen, Gräser und Stauden leuchten noch in Goldgelb, Bronze und Ocker

Sonnenbraut im Herbst

Mix: Staudensonnenblume, Sonnenbraut und Reitgras. Foto: privat

Schwalmstadt. Jede Jahreszeit hat ihre dominierenden Farben - der Frühling ist bunt, der Sommer lavendelblau, magenta und rosa, die Farbe des Herbstes ist gelb/golden/bronze bis hin zu ocker. Man kann den Eindruck gewinnen, die Pflanzen haben die Sonne aufgesogen und konserviert, um zu Beginn des Herbstes, bevor die Natur sich auf den Winterschlag vorbereitet, noch einmal mit aller Kraft zu leuchten und zu strahlen, um den Sommer zurückzuholen.

Kein Herbst ohne Sonnenblumen ( Helianthus ) in Sorten. Sie hat zu Recht diesen Namen, ähnelt sie doch der Sonne am meisten. Die staudigen Sonnenblumen sind äußerst dankbar, werden sie doch in jedem Jahr größer und eindrucksvoller. Am besten setzt man sie in den Hintergrund eines Beetes, so bieten sie das Jahr über eine grüne Kulisse und haben erst dann ihren Auftritt, wenn die Sommerblumen sich zurückgezogen haben. Empfehlenswerte Sorten sind: Helianthus atrorubens oder Helianthus decapetalis.

Die Sonnenbraut (Helenium) hat eine ähnliche Wirkung, ihre Blüten sind viel kleiner und sitzen in größerer Anzahl an einem Stängel, bilden aber durch ihre stattliche Höhe bis zu 1,5 m mit der Zeit ansehnliche Horste. Ihre Farben sind unvergleichlich vielseitig, in allen Schattierungen von Kanarien-gelb über ocker, rot bis zu einem dunklen braun-orange.

Was der Phlox für den Sommer ist, ist die Sonnenbraut für den Herbst. Empfehlenswerte Sorten sind: Helenium Hybriden: Moerheim Beauty oder Bankdirektor Linne’. Gräser sind ein weiteres Thema des Herbstes. Sie bringen Bewegung und eine filigrane Komponente ins Beet neben den etwas starren, dafür aber umso standfesteren Herbststauden. Jeder kleine Luftzug lässt sie schwingen und setzt zusätzlich durch die herbstliche Braunfärbung einen besonderen Akzent im Gesamtbild. Empfehlenswerte Sorten sind: Diamantgras (Achnaterum), Calamagrostis „Karl Förster“ und Panicum virgatum.

Eine ungewöhnliche Staude, die einen großen Raum in unserem Garten einnimmt, ist der Gewürzfenchel (Foeniculum vulgare). Er wächst zu großen Stauden bis zu 2 m Höhe heran, muss nie(!) angebunden werden und wirkt trotz seiner Höhe nicht dominant, weil er sehr filigran ist.

Magnet für Schmetterlinge

Die Fenchelstauden haben einen hohen ökologischen Wert im Gesamtgefüge eines Naturgartens. Ihre Stängel sind hohl und bieten vielen Insekten und deren Larven Raum für die Überwinterung. Die Blüten sind ein Magnet der Extraklasse für Schmetterlinge und andere Insekten, die Blätter sind eine wunderbare Suppen-, Salat- oder Gemüsezutat und aus den Samen lässt sich der ach so gesunde Fencheltee zubereiten. Leider sind Fenchel- stauden selten im Handel zu haben. Versuchen Sie es doch im Frühling einfach mal mit (unbehandelter) Fenchelsaat aus einem Teebeutel.

Von Hiltrud Holland-Letz

Quelle: HNA

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