Landwirte wollen stärker auf die Menschen zugehen

Sorge um das Image

Dr. Bernd Wenck

Borken. Die Landwirte im Schwalm-Eder-Kreis sind um ihr Image besorgt. In den vergangenen Wochen waren sie unter anderem wegen der Tierhaltung in die Kritik geraten – zu Unrecht, wie die Bauern selbst meinen.

Bei einer Veranstaltung in Borken, die der Verein für landwirtschaftliche Fortbildung des Agrartechnikerverbandes Fritzlar sowie der Kreisbauernverband Schwalm-Eder organisiert hatten, ging es nun um Strategien für die Öffentlichkeitsarbeit.

Unter anderem stellte Claudia Jütte aus Fuldatal-Simmershausen ihren landwirtschaftlichen Betrieb mit 75 Milchkühen, 65 Hektar Ackerland und 35 Hektar Grünland vor. Sie betreibt nach ihren eigenen Worten eine rege Öffentlichkeitsarbeit und hat auf ihrem Hof von Mai bis Oktober zwischen 800 und 1000 Besucher. Darüber hinaus gebe es noch ein Hoffest mit über 3000 Gästen. Der Einstieg in die Öffentlichkeitsarbeit habe über die eigenen Kinder begonnen, als ganze Kindergartengruppen und Schulklassen anrückten, um hinter die Kulissen der Landwirtschaft zu schauen.

Viele Themen würden aufgebauscht, meinte Dr. Bernd Wenck, Geschäftsführer des Kreisbauernverbandes Schwalm-Eder. Wenn es irgendwo Probleme gebe, würden sie verallgemeinert. Als Beispiel nannte Wenck eine Meldung von Greenpeace über den Einsatz von Hormonen in der Sauenzucht. Darauf hätten sich die Medien eingeschossen und den Eindruck vermittelt, als sei das überall so. Natürlich gebe es auch schwarze Schafe unter den Landwirten, aber das seien Einzelfälle und nicht die Norm. Jeder Betrieb sollte Öffentlichkeitsarbeit betreiben, meinte Kreislandwirt Adolf Lux. Durch Betriebsführungen könne man die Arbeit transparent machen, ergänzte Wenck.

Eine Massentierhaltung im kritisierten Sinne gibt es nach Ansicht des Geschäftsführers im Schwalm-Eder-Kreis nicht. Völlig falsch sei die Ansicht, dass eine größere Zahl Tiere schlechter gehalten werde als nur wenige. Maßgebend sei hier die Art der Haltung und die Pflege der Tiere.

Ein Streitpunkt sei auch das Ausbringen von Gülle. Es gebe dafür festgelegte Zeiten (15. Februar bis 1. November). Natürlich habe ein Landwirt mit 70 Kühen oder 500 Schweinen einen höheren Gülleanfall als ein anderer mit nur zehn Kühen und 70 Schweinen.

Dafür, so die landwirtschaftlichen Experten, habe der Landwirt mit mehr Tieren auch wesentlich mehr Grün- und Ackerflächen, auf die er die Gülle ausbringen könne. (zzp)

Quelle: HNA

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