Nach Zeitungsbericht

Sorge um kranken Schwan: Tierschützerin organisierte Hilfe

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Hilfe für einen Schwan: Ursula Egert aus Frielendorf sorgte sich um einen kranken Schwan, im Bild ganz hinten. Erst nach einem Bericht in der HNA über einen Vogelexperten brachte die lang ersehene Hilfe für das Tier. Foto: Haaß

Frielendorf. Ein Herz für einen verletzten Schwan bewies eine Frau aus Frielendorf und wählte sich für das Tier im wahrsten Sinne des Wortes die Finger wund. Knapp zwei Stunden telefonierte Ursula Egert erfolglos mit Ämtern, Behörden und Tierärzten, um Hilfe für den Wasservogel zu organisieren.

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Ein Bericht über die Greifvogelauffangstation von Alfons Bischof in Fritzlar war für die Vogelfreundin die Initialzündung. Am Tag zuvor war Ursula Egert bei einem Spaziergang das kranke Tier am Silbersee aufgefallen. „Gemeinsam mit einer Freundin habe ich die Schwänegefüttert. Dabei ist mir aufgefallen, dass ein Schwan immer wieder umfiel und nicht stehen konnte“, erzählte die Frielendorferin immer noch sichtlich besorgt, während hinter ihr die kleine Schwanengruppe im Frielendorfer Naherholungsgebiet nach Futter suchte.

Wieder zu Hause ließ sie das Schicksal des Jungschwans nicht mehr los: „Man kann doch nicht einfach die Augen verschließen.“ Was dann folgte, war ein wahrer Telefonmarathon. „Als Erstes habe ich mit der Gemeinde Frielendorf telefoniert, dann mit dem Landkreis, dann mit der Jagdbehörde und mit drei Tierärzten. Immer wieder wurde mir nur gesagt: Wir sind nicht zuständig, wenden sie sich an die Stelle oder das Amt. Niemand konnte oder wollte helfen. Dabei wollte ich doch nur, dass sich mal jemand das Tier anschaut“, so die engagierte Tierfreundin.

Merkwürdig fand die Frielendorferin die immer wiederkehrende Frage nach der Zuständigkeit: „Die Schwäne gehören doch niemand. Die gehören sich selber. Die haben sich den Silbersee ausgesucht.“

Kontakt: 

Auffangstation für verletzte Vögel in Fritzlar, Alfons Bischof, Tel.: 05622/1475.

Zu guter Letzt wandte sich Egert an die HNA-Lokalredaktion in Schwalmstadt. Dort bekam sie mit Alfons Bischof den seit Stunden erhofften kompetenten Ansprechpartner genannt. „Das Gespräch mit Herrn Bischof hat mich dann beruhigt.“

Sein Rat lautete: „Ich solle das Tier erst mal nur beobachten und etwas füttern. Entweder erhole sich der Schwan von selber oder verende. Das sei der Lauf der Natur“, berichtete die Frielendorferin mit sichtlicher Erleichterung über den Rat des Vogelfachmanns aus Fritzlar.

Doch die Schwäne haben von Ursula Egerts Odyssee nichts mitbekommen. Gemächlich zogen sie auf dem Silbersee ihre Runden und freuten sich über die Extraportion Brot, welche die Frielendorferin den Tieren danach spendierte.

Von Matthias Haaß 

Quelle: HNA

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