Sorge um die Schwäne: Waberner Vogelschützerin fürchtet um Küken

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Ausflug in der Ederaue: Dieses Foto von Schwänen machte Andrea Krüger-Wiegand in der Nähe von Wabern. Sie glaubt, dass die Schwäne von den Teichen vertrieben werden. Foto: Krüger-Wiegand/nh

Wabern. Andrea Krüger-Wiegand, Vogelschützerin aus Wabern, macht sich Sorgen um die Schwäne. Acht Höckerschwan-Küken hatte sie in den Ederauen beobachtet, am Kiesteich in Niedermöllrich waren es vier Küken mit ihren Eltern.

Doch nun, so Krüger-Wiegand, sind die acht Küken verschwunden - von einer Nacht auf die andere, wie sie mitteilt. Das Elternpaar sei noch drei Tage lang gesehen worden, inzwischen sei es aber ebenso weg.

In den vergangenen Jahren sei es genauso gewesen. Sie vermutet, dass die Tiere vertrieben wurden. In keinem der 20 Anglerteiche zwischen Wabern und Felsberg gebe es zurzeit noch Schwäne. In Niedermöllrich hätten die Vögel durch zwei Anglerteiche und ein angrenzendes Getreidefeld ein gutes Nahrungsangebot gehabt.

Doch offenbar konnten sie dort nicht bleiben. Sie habe die Schwäne beobachtet, wie sie in Wabern auf den Bahngleisen umher irrten, berichtet Krüger-Wiegand. Eines der Küken habe sich verletzt, sei aber von Tierfreunden in Wabern aufgenommen worden.

Andrea Krüger-Wiegand

Die Schwanenfamilie mit den verbliebenen drei Küken habe in einem Anglerteich am Sportplatz Niedermöllrich Zuflucht gesucht. „Nach zwei Tagen traf ich dort nur noch zwei der drei Jungtiere an, völlig verängstigt, verzweifelt nach den vertriebenen Eltern rufend“, erklärt die Tierschützerin. Die Elterntiere und das vierte Küken seien bis heute nicht gefunden worden.

Die beiden verlassenen Jungtiere wurden später von Manfred Gunia eingefangen und haben nun einen Platz in der Storchenstation in Wabern-Niedermöllrich gefunden. Dr. Klaus Lambrecht von der Unteren Naturschutzbehörde im Schwalm-Eder-Kreis, weist darauf hin, dass es keine Belege dafür gebe, dass die Schwäne vertrieben oder gar getötet worden wären.

Es sei auch denkbar, dass beispielsweise ein Fuchs am Werk gewesen sei.

„Freie Teiche gibt es genug, naturfreundlichen Lebensraum leider nicht.“

Allerdings könne er Krüger-Wiegands Verdacht auch nicht ausräumen. Es habe in der Vergangenheit schon einmal Schwierigkeiten mit Landwirten gegeben, die Schwäne von ihren Rapsfeldern vertrieben, erzählt Lambrecht.

In einem Gespräch mit dem Bauernverband sei das Problem gelöst worden.

Seine Behörde könne nur tätig werden, wenn es Beweise für ein Vergehen gebe, so Lambrecht. So etwas könne man auch anonym melden. Auch die Polizei könne man alarmieren.

Andrea Krüger-Wiegand zieht ein trauriges Fazit, wenn sie an die Schwäne aus den Ederauen zieht: „Freie Teiche gibt es genug, naturfreundlichen Lebensraum leider nicht.“

Von Olaf Dellit

Quelle: HNA

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