Eltern und Kinder protestieren – Schönsteiner mahnen fehlenden Bürgersteig an

Sorgen begleiten den Weg

„Wir wollen nicht überfahren werden“: Das stand auf einem der Plakate, mit denen die Schönsteiner Kinder und Eltern am Donnerstag durch das Dorf zogen. Foto: Rose

schönstein. Sorgen macht sich Alexandra Horn jeden Morgen: Immer dann, wenn sich ihre Kinder gemeinsam mit anderen Schülern und Kindergartenkinder auf den Weg zur Schönsteiner Bushaltestelle machen, hat die Mutter Angst, dass eines der Kinder angefahren werden könnte. Grund ist ein fehlender Bürgersteig. Den gibt es im kleinen Gilserberger Ortsteil nämlich nicht. Bis auf einen kurzen Gehweg direkt vor dem Dorfgemeinschaftshaus müssen Fußgänger am Fahrbahnrand entlang laufen.

Seit 20 Jahren bemühen sich die Schönsteiner und Bürgermeister Lothar Vestweber um eine Lösung - bislang vergeblich. Am Donnerstagabend trafen sich Eltern und Kinder zu einem Protestmarsch durch das Dorf. „Unsere Kinder, aber auch ältere Leute, sind jeden Tag einer extremen Gefahr ausgesetzt“, sagt Alexandra Horn. „Das muss endlich aufhören“, sagt auch Ortsvorsteher Fritz Gatzke.

Problematisch sei im Bereich der Ortsdurchfahrt Richtung Dodenhausen - einer langen Geraden - dass unglaublich schnell gefahren werde: „70 Stundenkilometer sind da ganz normal“, sagt ein Anwohner. Schwer gesehen würden die Fußgänger von den Autofahrern besonders in der Ortsmitte. „In dem Bereich gibt es teilweise Hecken, so dass die Kinder nicht ausweichen können“, erläutert Horn. Außerdem realisierten die Autofahrer im Kreuzungsbereich und im restlichen Ort oft gar nicht, dass es überhaupt keinen Bürgersteig gebe. „Wir trainieren die Kinder, damit sie schon im Vorfeld nach Fahrgeräuschen lauschen“, erklären die Eltern.

Ausbau nicht vor 2013

„Es hat zig Anfragen für den Ausbau der Nebenanlagen gegeben – bislang ohne Erfolg“, ärgert sich auch Bürgermeister Lothar Vestweber. Zwar habe es bereits Ortsbegehungen mit Vertretern vom ASV in Kassel gegeben, doch getan habe sich nichts. „Für diese Geschichten ist einfach kein Geld da“, sagt Vestweber. Man habe der Gemeinde jetzt mitgeteilt, dass der Ausbau nicht vor 2013 in Aussicht gestellt werden könnte.

Gemeindevertreter Michael Stuhlmann erklärte, die CDU habe bereits mehrfach den kompletten Ausbau der Gehweganlage gefordert. „Zur Verdeutlichung müsste ein Schulwegsicherungsplan erstellt werden, der genau darlegt, wie die Situation in Schönstein aussieht“, sagt Stuhlmann.

Was die Eltern besonders ärgert, ist, dass einfach nichts getan wird: „Es würde schon helfen, wenn in der Ortsdurchfahrt regelmäßig geblitzt würde – das spricht sich schnell rum und es würde wesentlich langsamer gefahren“, erklären sie. Sie fordern jetzt, eine Tempo-30-Zone einzurichten: „Das kostet die Gemeinde gar nichts und wäre zunächst mal die einfachste Lösung, um den Schulweg sicherer zu machen“, sagt Horn.

Von Sandra Rose

Quelle: HNA

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