Das Glenn Miller Orchestra war zu Gast in der Kulturfabrik in Melsungen

Sound mit Sehnsucht

Mit Schwung zurück in die 30er- und 40er-Jahre: Die Musiker des Glenn-Miller-Orchestras haben den Sound drauf. Fotos:  Kuberczyk-Stein

Melsungen. Der Swing der goldenen Ära aus den 1930er und 1940er Jahren und Glenn Miller - das sind Sterne, die wohl immer am Jazzhimmel leuchten werden. Zeugnis darüber legte am Donnerstag in der Kulturfabrik in Melsungen das „Glenn Miller Orchestra“ unter der Leitung von Wil Salden ab. 300 Besucher waren gekommen.

Wie kam der Swing zu seinem Namen und der legendäre Glenn Miller zu seinem unverwechselbaren Bigbandsound? Louis Amstrong soll seine Musiker einst mit dem Ruf „Let’s Swing, Let’s Swing“ angefeuert haben, und Glenn Miller machte, als sich während eines Konzertes der Trompeter an der Lippe verletzte, die Not zur Tugend: die Klarinette übernahm die Trompetenstimme. Ob nun wahr oder erfunden – stimmig ist: Das aktuelle Glenn Miller Orchestra steht in unmittelbarer Tradition zu dem Original aus den Gründerjahren. Auch nachdem Glenn Miller 1944 bei einem mysteriösen Flugzeugunglück ums Leben kam, lebte seine Musik weiter. Verschiedene Leiter übernahmen die Nachfolge. Seit 1990 nun der Niederländer Wil Salden.

Ein mitreißendes Programm mit großer Leuchtkraft haben die Erben Millers mit in die Kulturfabrik gebracht. Sowohl Evergreens vom „König des Swing“ zelebrierten die Musiker, die standesgemäß Smoking und Fliege trugen, wie auch unvergessliche Filmmelodien und Stücke anderer großer Swing-Künstler. So zum Beispiel Billy Mays „All of me“ mit den „schlürfenden Saxofonen“, Duke Ellingtons „Take The A Train“ und Tommy Dorseys „I’ll Never Smile Again“.

Zur Eröffnung des Konzertes Glenn Millers Markenzeichen: „Moonlight Serenade“, gefolgt von Ohrwürmern, wie dem legendären „Chattanooga Choo Choo“, das in den 1980er-Jahren auch Udo Lindenberg zu seinem Sonderzug nach Pankow inspierte. Ebenfalls mit viel Charme von der Sängerin Ellen Bliek vorgetragen: Filmmelodien wie „As Time Goes By“ oder Marylin Monroes „Diamonds AreA Girl’s Best Friend“. Die Musik hatte viel Leuchtkraft, schwärmerischen Nostalgie-Geist und alle mitreißenden Zutaten des Swing: Rhythmus, Melodie, Schmelz, hinreißende Bläser. So weit, so großartig.

Etwas bedauerlich hingegen die fehlende Ausdifferenzierung des Bühnenlichtes. So blieb Ellen Bliek bei ihren Gesangseinlagen zumeist im Schatten.

Auch ein Getränk hätten sich viele Besucher in der Pause gern gegönnt, doch auf Catering wurde vollständig verzichtet.

Viel Applaus aber für diese wunderbare Bigband.

Von Steve Kuberczyk-Stein

Quelle: HNA

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