Viele können sich Beerdigungskosten nicht mehr leisten

Sozialbestattungen haben zugenommen

Schwalm-Eder. Immer mehr Menschen können sich ihren letzten Weg nicht mehr leisten. Nach Angaben der Sozialverwaltung des Landkreises hat sich die Anzahl der Sozialbestattungen in den vergangenen zwei Jahren beinahe verdoppelt.

2011 gingen bei der Sozialverwaltung 78 Anträge ein, Bestattungskosten zu übernehmen, von denen 43 bewilligt wurden. 2013 wuchs die Anzahl auf 142 Anträge, von denen 70 einen Bescheid auf Übernahme erhielten. Angehörige und Pflegeeinrichtungen können diese stellen. Die Ausgaben stiegen von 47.000 auf 59.000 Euro an.

"Die Anzahl der Anträge auf Übernahme der Bestattungskosten wird sich auch in der nahen Zukunft nicht verringern", teilte Nadine Bremer von der Sozialverwaltung mit. Als Gründe führt sie die gestiegenen Preise der Bestatter und Friedhöfe an.

Zuerst wird der Nachlass eines Verstorbenen verwendet, um dessen Beerdigung zu bezahlen. Doch zunehmend ist es Menschen nicht mehr möglich, finanzielle Vorsorge für ihre Beerdigung zu treffen. Danach sind die Erben verpflichtet. Liegen deren Vermögen und Einkommen unter der Grenze für Sozialhilfeleistungen, wird dem Antrag auf Übernahme stattgegeben. Die Kosten zahlt der Landkreis direkt an Bestatter und Friedhofsverwaltung. Immer häufiger kommt es laut Sozialverwaltung vor, dass Angehörige das Erbe ausschlagen bis ein Nachlassgericht weitere Personen ermittelt, geht viel Zeit ins Land. Bis dahin bleiben die Bestatter auf ihren Kosten sitzen. Eine vorgeschriebene Bearbeitungszeit der Anträge gibt es nicht. Es werde immer möglichst zeitnah entschieden, so Bremer.

Hat ein Verstorbener keine Angehörigen, ist das Ordnungsamt für die Bestattung verantwortlich. Verstirbt er im Krankenhaus oder Altersheim, steht der Leiter der Einrichtung in der Verantwortung.

Von Claudia Schittelkopp

Quelle: HNA

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