Immer häufiger schließen sich Quereinsteiger den Brandschützern an

Mit 42 berufen in die Wehr: Marcus Hupfeld machte Grundlehrgang

+
Technisch versiert: Marcus Hupfeld hat es ein Jahr nach absolviertem Grundlehrgang bereits zum stellvertretenden Gerätewart der Altenstädter Feuerwehr gebracht.

Altenstädt. An der Feuerwehr führt auf dem Land kein Weg vorbei, gerade auch, wenn man neu zugezogen ist und Teil der Dorfgemeinschaft werden will. Die Erfahrung hat auch Marcus Hupfeld gemacht.

Aufgewachsen in Wolfhagen, zog er vor acht Jahren mit der Familie nach Altenstädt. Mitte 30 war er da. Mit dem organisierten Brandschutz hatte er zunächst wenig am Hut, aber allenthalben machte er die Bekanntschaft von Feuerwehrleuten, bei der Kirmes, bei anderen Dorffesten. Und mit Martin Kowalzik, inzwischen Wehrführer in Altenstädt, hatte Hupfeld auch deswegen zu tun, weil die Töchter gemeinsam den Kindergarten besuchen.

Die Einladung, dienstags doch mal zu den Übungsdiensten am Gerätehaus vorbeizuschauen, ließ nicht lange auf sich warten. Vor drei Jahren besuchte Hupfeld tatsächlich die übenden Feuerwehrleute. „Und dann war ich jeden Dienstag hier unten“, sagt der gelernte Maurer, Radio- und Fernsehtechniker, der inzwischen als Außendienstler im Bereich Nutzfahrzeuge unterwegs ist.

„Erst macht man ganz selbstverständlich den Handlanger“, sagt der 43-Jährige, bald nahm er dann am Übungsdienst teil. Und weil er dann irgendwann auch mal im Ernstfall mit der Truppe mitfahren wollte, um Menschen zu helfen, entschloss er sich, den Grundlehrgang zu machen. 2015 war das, erinnert er sich, in den Osterferien. Zehn Tage am Stück in Vollzeit büffelte und trainierte er in der Landesfeuerwehrschule in Kassel, bestand die Prüfung und ist seitdem Feuerwehrmann.

Es ist der Weg eines Quereinsteigers, von denen es in den Wehren immer mehr gibt. Auch Wehrführer Kowalzik räumt lachend ein, dass er nicht den Weg über die Jugendwehr in die Einsatzabteilung gegangen ist. Erst mit 30 Jahren wurde er Mitglied der Wehr. Als Spätberufener sei man in Naumburg und seinen Stadtteilen in bester Gesellschaft. Der Wehrführer von Heimarshausen gehöre ebenso zum illustren Kreis wie Bürgermeister Stefan Hable (parteilos).

In Elbenberg sei ein 54-Jähriger eingestiegen, sagt Stadtbrandinspektor Thomas Heger, der allerdings schon als Knirps bei den Naumburger Feuerwehr Mitglied wurde.

„Die Quereinsteiger sind inzwischen unverzichtbar, um eine gute Einsatzstärke zu halten“, weiß der Stadtbrandinspektor. „Die Älteren, die hierher ziehen, die bleiben meist“, sagt Heger. „Die Jungen, die aus den Jugendabteilungen in die Einsatzabteilungen wechseln, die müssen häufig berufsbedingt wegziehen.“

Hupfeld, dessen neunjähriger Sohn übrigens mit Begeisterung bei der Jugendfeuerwehr mitmischt, will als nächstes den Funklehrgang absolvieren, dann die Maschinisten-Ausbildung machen. Längst ist der Quereinsteiger fester Bestandteil der Wehr. „Weil er technisch so versiert ist, ist er inzwischen schon stellvertretender Gerätewart“, lobt Wehrführer Kowalzik.

Marcus Hupfeld wird auf jeden Fall der Wehr treu bleiben. „Das Gesamtwerk ist stimmig, das Helfenkönnen, die Kameradschaft, der technische Anspruch.“ Sein Tipp: Wer Interesse am Feuerwehrdienst hat und auch schon etwas älter ist, sollte einfach mal bei einem Übungsabend vorbeischauen.

Quelle: HNA

Mehr zum Thema

Kommentare