Das Späte Vermächtnis des Matti Värttö 

Matti Värttö

Fritzlar. Das Vermächtnis des Matti Värttö ist vollendet. Vor zwei Jahren starb der Mann, der eigentlich Fritz Schmidt hieß. Den Künstlernamen hatte er sich von seinem finnischen Großvater ausgeliehen, den er sehr verehrte.

„Matti wollte der Stadt Fritzlar etwas geben, das bleibt“, sagt Kirsti Brehme, die seine Lebensgefährtin war. Vor seinem Tod hatte sie Värttö versprochen, das Wandbild in der Fritzlarer Stadthalle zu vollenden. Das ist inzwischen gelungen.

Vor dem Neujahrsempfang der Stadt Fritzlar und der Bundeswehr am Sonntag, 20. Januar, soll es ab 13.30 Uhr der Öffentlichkeit übergeben werden. Der Empfang beginnt um 15 Uhr.

Dass das reliefartige Bild mit vielen Keramikelementen und dem Titel „Menschen für Demokratie, Wahrheit und Gerechtigkeit“ nun an seinem Bestimmungsort hängt, ist auch Sponsoren zu verdanken. Erich Gerhold, Apotheker und Vorstandsmitglied von Pro Fritzlar steuerte 2500 Euro bei, den selben Betrag war er bei der VR-Bank Schwalm-Eder ein. Damit konnte unter anderem Material gekauft werden. Die EWF verzichtete auf die Stromkosten, die für die Herstellung etwa der Keramikplatten anfielen. „Es war nur ein Torso“, sagt Dr. Ulrich Skubella (Pro Fritzlar) über das Bild nach Värttös Tod. Brehme, deren Schwerpunkt eigentlich bei Grafik und Zeichnung liegt, arbeitete mit einer DIN A4-Skizze von Värttö, mit Schablonen und bereits fertigen Teilen.

Unter anderem sind Elemente aus der Värttö-Aktion integriert, bei der 2000 Köpfe von Fritzlarern nachmodelliert wurden, teilweise von den Porträtierten selbst. Wer genau hinschaut, kann auch das Konterfei des Künstlers im Bild entdecken.

„Ich musste mich nach Mattis Tod immer mit ihm auseinandersetzen“, sagt Kirsti Brehme über das Wandbild. Wie bei Värttös Ölgemälden gebe es auch bei dem Großbild viele Details zu entdecken: die vielen Köpfe, den Bildtitel in verschiedenen Sprachen, ein Zitat von Värttös Großvater („Mach was du willst in deinem Leben, Junge, aber schade nie einem anderen.“) und vieles mehr.

Die Kunst des verstorbenen Värttö wird dem Phantastischen Realismus zugerechnet, ein bekannter Vertreter ist der Österreicher Ernst Fuchs.

Matti Värttö wollte noch nach Finnland auswandern. In Fritzlar, sagt Kirsti Brehme, habe er sich nie ganz heimisch gefühlt. Doch er wollte der Stadt, in der er mehr als 40 Jahre gelebt hatte, etwas hinterlassen. Värttös künstlerisches Erbe ist nun vollendet, zwei Jahre nach seinem Tod.

Quelle: HNA

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