Eine halbe gute Nachricht

Spangenberg: Freude über Lokal im Schloss - aber Hotel fehlt

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Der Stil der 70er-Jahre: So sehen die Hotelzimmer im Schloss Spangenberg aus. Eine Renovierung würde um die 5 Millionen Euro kosten. Soviel aber kann das Hessische Immobilienmanagement nicht investieren.

Spangenberg. Es gibt Momente, da weiß man im ersten Moment nicht, ob man sich nun freuen oder doch besser enttäuscht sein soll: So erging es wohl am Donnerstag so manchem im Spangenberger Magistrat, als Christian Tietz und Ulrich Kist vom Hessischen Immobilienmanagement die Pläne des Landes fürs Schloss vorstellten.

Das nimmt nun zwei Millionen Euro in die Hand und baut ab Sommer die Gaststätte im Schloss zu einem modernen Lokal um. Das ist die richtig gute Nachricht. Die weniger gute: Dem Land fehlt das Geld, um auch die 28 Zimmer des Hotels zu modernisieren.

Bürgermeister Peter Tigges und die Fraktionsvorsitzenden von SPD, CDU und FDP zeigten sich gestern hin- und hergerissen zwischen Freude und Bedauern. "Ich bin froh, dass sich das Land zum Schloss bekennt", sagte Tigges. "Trotzdem ist es bedauerlich, dass das Hotel in den Plänen nicht mit berücksichtigt werden kann - denn wir brauchen in Spangenberg dringend Übernachtungsmöglichkeiten," sagt der Bürgermeister. Dennoch sei der anstehende Umbau eine gute Nachricht: "Es gibt einfach nichts Schlimmeres als Leerstand." Vielleicht aber, so Tigges Wunsch und Appell, kümmere sich das Land ja später in einem zweiten Schritt ums Hotel.

Eine ähnliche Position nimmt auch Karlheinz Brede (SPD) ein: "Ich bin froh, dass nun Bewegung in die Sache kommt", sagte er gestern auf Anfrage der HNA. Natürlich hege er die Hoffnung, dass der Lokaleröffnung irgendwann auch die Hotelsanierung folge: "Wanderer finden bei uns eine tolle Stadt, eine schöne Landschaft - aber kein Dach über dem Kopf."

Jörg Lange (CDU) bewertet die Neuigkeit genauso: Das Lokal könnte ein echter Neuanfang für touristische Angebote auf dem Schloss sein. "Eine Hotellerie wäre natürlich noch der Kick." Lange setzt bei der Gaststätte auf ein stimmiges Konzept und auf die Unterstützung der Spangenberger: "Dann läuft es."

Ungebremste Zustimmung findet die Ankündigung des Landes auch bei Kai-Ingo Niessing, Fraktionsvorsitzender der FDP. "Das ist ein Aufbruchsignal für unsere Stadt", sagt er. Das Schloss berge ein riesiges Potenzial, es sei sehr erfreulich, dass es nun genutzt werde. Weitere Investitionen ins Hotel aber seien wünschenswert: auch für den Betreiber. "Es wird vielleicht schwierig, wirtschaftlich nur auf einem Bein zu stehen."

Von Claudia Brandau

Quelle: HNA

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