Spangenberger betreute 13 Jahre Waisenhaus

Abschiedsfoto vor den Obstbäumen: Werner Oelze aus Spangenberg (hintere Reihe Dritter von links) war wieder in Omaruru/Namibia. Seit Jahren unterstützt er das Waisenhaus. Seine Aufgabe übernimmt nun Marion Wildenhayn (hintere Reihe Zweite von links). Fotos: privat/Feser

Spangenberg. Seit 13 Jahren begleitet Werner Oelze Waisenkinder in Namibia. Jetzt nahm er Abschied.

„Wir vermissen dich", steht in dem kleinen Heft, das die namibischen Waisenkinder Werner Oelze zum Abschied gemalt haben. Drumherum Schmetterlinge, Autos und viele liebe Worte. Für die Kinder ist der Spangenberger wie ein Opa. Seit 13 Jahren begleitet der heute 78-Jährige das Wachsen der Kinder, die im Waisenhaus Omaruru in Namibia ein neues Zuhause gefunden haben. Vor kurzem hat er sie wieder besucht - zum letzten Mal.

Aus gesundheitlichen Gründen legt er die Waisenkinder nun ans Herz von Marion Wildenhayn aus Alheim-Oberellenbach (Kreis Hersfeld-Rotenburg). Wie Oelze ist sie Mitglied des Rotary-Clubs Rotenburg-Melsungen und des Fördervereins Omaruru children’s haven. Marion Wildenhayn war bereits zum zweiten Mal mit Oelze in dem Waisenhaus in Omaruru, einer Stadt so groß wie Spangenberg.

Werner Oelze

Wie oft er schon bei seinen Kindern in Namibia war, weiß Werner Oelze nicht. Aber 2001, beim ersten Mal, gab es nur eine Hütte mit sechs Waisen und einer Hausmutter. Heute sind es mehrere Häuser, die in U-Form stehen plus zwei Containern als Werkstatt-, Computer- und Nähmaschinenraum, 30 Waisenkinder, sechs Hausmütter, einen Heimleiter, sechs Volontäre, ein Gewächshaus mit vielen Hühnern und viele Obstbäumen im Hof.

Die Bäume hat Oelze vor einigen Jahren gekauft: Mangos, Zitronen, Grapefruit, Guaven. Zusammen mit den Kindern hat er sie angepflanzt, und mehrere Jungs, die sich im Waisenhaus tree-masters (Baummeister) nennen, kümmern sich um die Bäume und gießen sie.

In Deutschland war das Spendensammeln eine wichtige Aufgabe des Spangenberger Steuerberaters. „Und das Geld kommt eins zu eins bei den Kindern an“, sagt Oelze. So konnte das Waisenhaus erweitert werden, die Kinder werden regelmäßig vom Arzt untersucht, gehen zur Schule und werden von den Hausmüttern gemäß ihrer Kultur erzogen. Über alles wacht Andreas Möckel, der Heimleiter, der aus Baunatal stammt. Er steht in engem Kontakt zu Werner Oelze und künftig zu Marion Wildenhayn.

Oelze ist der Abschied sehr schwer gefallen. Über das Abschiedsfest, das die Kinder für ihn veranstaltet haben, ihren Gesang, ihre Tänze, kann er nicht leicht sprechen. Wie immer, wenn seine Rückreise nach Deutschland bevor stand, hat er mit den Kindern Kartoffelsalat nach dem Rezept seiner Frau Marlene zubereitet. So auch diesmal. Aber diesmal war es ein Abschied für immer.

Von Claudia Feser

Quelle: HNA

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