Spangenberger Heimatmuseum rüstet sich für Museumstag

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Im Spangenberger Heimatmuseum zeigt Museumsleiter Heinz Buhre Uhrwerke, eine Bauernstube, eine Schusterwerkstatt und seit neuestem auch einen Zunftbrief der Spangenberger Leineweber aus 1790.

Spangenberg. Im Spangenberger Heimatmuseum werden die Exponate abgestaubt: Am Sonntag gibt es einen außerordentlichen Blick auf die Ausstellungsstücke.

Wenn jemand den Überblick hat, dann ist es Heinz Buhre. Der 73-Jährige ist Leiter des Spangenberger Heimatmuseums – und wohl der einzige Mensch, der jedes, aber auch jedes der über 10 000 Exponate kennt, die zeigen, wie die Spangenberger vor Jahrzehnten und Jahrhunderten gelebt haben.

Diese Ausstellungsstücke holen Buhre und sein Team nun aus dem Winterschlaf. Sie sind schon seit Tagen und Wochen mit Staubwedeln und Staubsaugern im Einsatz, denn sie rüsten sich für die zwei großen Veranstaltungen, die demnächst stattfinden.

Am kommenden Sonntag 27. April, ist das Radio in der Liebenbachstadt zu Gast und am Sonntag, 18. Mai, findet der Internationale Museumstag statt – an dem auch die Spangenberger teilnehmen werden. An beiden Tagen rechnet Buhre mit vielen Besuchern im Museum.

Vereine stellen sich vor

Und das zu Recht, denn am Sonntag sendet hr4 schließlich direkt vor der Haustür des Museums: Dann stellen sich von 12 bis 17 Uhr die Spangenberger Vereine auf der Fläche vor dem Burgsitz vor – und genau gegenüber ist auch das Museum zu finden.

„In den 70er- und 80er-Jahren haben uns die Leute alte Dinge geschenkt. Heute würde sie niemand mehr einfach so hergeben.“

Der Blick ins Heimatmuseum lohnt sich. Wer einen Blick auf die Dinge wirft, die früher den Alltag ihrer Vorfahren bestimmten, der wird staunen. Winzige, aber kunstvoll hergestellte Öfen zum Füßewärmen, riesige Uhrwerke für Kirchtürme, eine äußerst interessante Badewanne, mit der man sogar schaukeln kann: Heinz Buhre und sein Team haben viele Dinge zusammengetragen, die es lohnen, dass man sie würdigt.

Zunftbrief ist neues Exponat 

Das neueste Exponat im Museum ist so selten und wertvoll, dass Heinz Buhre Handschuhe überzieht, bevor er es vorsichtig auseinander faltet: Die Familie Dahnke stellte dem Museum einen Zunftbrief der Spangenberger Leinenweber aus dem Jahr 1790 als Leihgabe zur Verfügung. Auf dessen Pergament hat ein Schönschreiber über viele Seiten hinweg gestochen scharfe – und heute völlig unlesbare – Buchstaben aufs Blatt gebracht. Dennoch ist es ein beeindruckendes Dokument. Zu ihm gehört ein rundes rotes Siegel, das so groß ist, dass es richtig gut in der Hand liegt.

Auch wenn das Handwerk, vor allem die Leinenweberei, über Jahrhunderte ein Haupterwerbszweig der Spangenberger war, so sind diese Zunftbriefe heute doch sehr selten: Nicht zuletzt deshalb weiß Heinz Buhre das kostbare neue Ausstellungsstück zu schätzen.

Überhaupt nimmt das Handwerk im Museum einen breiten Raum und viele Regale ein: Buhre, der das Museum seit 1972 betreut, zeigt Werkzeuge von Schmieden, Wagnern, Ackerbauern, barocke Schränke und gotische Waffentruhen. „In den 70er- und 80er-Jahren haben uns die Leute alte Dinge geschenkt und waren oft froh, dass sie sie los waren,“ sagt Buhre. „Heute würde sie niemand mehr einfach so hergeben.“

Das Ergebnis ist eine Sammlung, die ihresgleichen sucht. Wer die 10 000 Spangenberger Exponate sehen will, hat dazu jeden ersten Sonntag im Monat die Gelegenheit: Dann ist das Museum von 14 bis 17 Uhr geöffnet. Der nächste Termin ist am 4. Mai, der übernächste der Museumstag am 18. Mai. Kontakt: Heinz Buhre, Tel. 0 56 63 / 74 40.

Von Claudia Brandau

Quelle: HNA

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