Spangenberger Jagdmuseum im Ausverkauf

Exponate zum Verkauf: Das Jagdmuseum wurde aufgelöst. Interessenten können letzte Exponate kaufen. Im Bild Büroleiter Jörg Schanze (links) und Bauamtsleiter Michael Reuter. Foto: Feser

Spangenberg. Zu hohe Fixkosten, zu wenig Besucher: Das gab den Auschlag für die Schließung des Spangenberger Jagdmuseums, des einzigen Jagdmuseums in Nordhessen.

Denn die Stadt steht unterm Rettungsschirm und muss Kosten sparen. Nun stehen die letzten Exponate des Museums zum Verkauf.

Nach Auskunft von Büroleiter Jörg Schanze hat das Museum die Stadt zuletzt rund 6000 Euro pro Jahr gekostet: für Pacht, Versicherung, Strom. Die Besucherzahlen waren - insbesondere seit der Schließung des Schlosses - also seit fünf Jahren, drastisch zurück gegangen. Im Jahr 2013 wollten nur noch 178 Besucher die Ausstellung sehen, 2011 waren es nur 122. Erwachsene zahlten 1,10 Euro Eintritt, Kinder 55 Cent.

Da die Stadt Konsolidierungsmaßnahmen zum Kommunalen Schutzschirm aufstellen musste, landete das Jagdmuseum auf der Liste, die der ehrenamtliche Museumsleiter Heinz Buhre als „Giftliste“ bezeichnet. Denn auch das Heimatmuseum in Spangenberg, das er ebenfalls leitet, stand auf der Liste. Dessen Schließung war angedacht, um das Heimatmuseum zu Wohnungen umzubauen. „Ich konnte aber klar machen, dass der Umbau des Fachwerkhauses enorme Kosten verursacht hätte“, sagt Buhre, „und das wäre in Sparzeiten doch widersinnig.“ Das Jagdmuseum war aber nicht zu retten.

Büroleiter Jörg Schanze ist mit der Abwicklung des Museums beschäftigt. Rund 150 Exponate waren im Museum ausgestellt: historische Jagdwaffen, präparierte Tiere, Gemälde, Felle, Kupferstiche, historische Jagdlappen und viele Geweihe.

Die meisten Exponate gingen zurück zu den Eigentümern, darunter die Stiftung Hessischer Jägerhof auf Schloss Kranichstein (bei Darmstadt), die Museumslandschaft Kassel und wenige Privatleute. Der Rest steht zum Verkauf. Bislang wurden dadurch 6800 Euro erwirtschaftet, teilte Schanze mit. Das Geld geht an die Stadt, da sie das Museum zuletzt betrieben hatte.

Verkauft wurden unter anderem eine Vitrine und viele Geweihstangen. Auf dem Dachboden des Museums fand Büroleiter Schanze 60 Geweihe, die nicht auf der Inventarliste verzeichnet waren. Ein Großteil wurde an eine Knopffabrik in Thüringen verkauft. Von drei Elchköpfen, die dort ebenfalls lagen, mussten zwei entsorgt werden, da sie vermodert waren.

Für den bisherigen Museumsstandort gibt es aber schon eine neue Nutzung: Die neue Pächterin des Spangenberger Schlosses, Silvana Gattschau, hat nämlich auch das Zeughaus gepachtet, in dem das Jagdmuseum untergebracht war. Nach ihren Plänen soll dort bis zum kommenden Frühjahr ein Wellnessbereich mit finnischer Sauna und Dampfbad entstehen.

Quelle: HNA

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