Nicht nur der Beitrag steigt

Spangenberger Kindergarten: Unpünktliche Eltern sollen zahlen

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Die Betreuung wird teuer: Die Spangenberger Kindergärtengebühren für die städtische Kita Alter Bahnhof (Foto) und den kirchlichen Kindergarten Am Schlossberg steigen ab Januar.

Spangenberg. Die Kosten für die Kinderbetreuung in der Liebenbachstadt steigen weiter: Die Stadt Spangenberg hat eine umfassende neue Gebührensatzung für den städtischen Kindergarten "Alter Bahnhof" verabschiedet.

Die Betreuungszeit in der Krippe wird damit um eine Stunde verlängert, damit die Kinder den Mittagsschlaf nicht abbrechen müssen. Außerdem müssen die Eltern tiefer in die Tasche greifen:

Der Platz in der Krippe kostet pro Kind und Vormittag ohne Mittagsbetreuung (täglich 5,5 Stunden) ab 1. Januar 132 statt wie bisher 120 Euro. Der Platz mit Mittagsbetreuung (7,5 Stunden) kostet ab 2014 dann 180 statt bisher 140 Euro. Der Preis für die Ganztagsbetreuung steigt in zwei Schritten. Sie kostet ab Januar statt 165 dann 197 Euro, ab 2015 klettert sie auf 228 Euro.

Auch für den Platz im Kindergarten müssen Spangenberger Eltern ab Januar mehr zahlen: Der Vormittagsplatz (ohne Mittagsbetreuung) kostet künftig 132 (vorher 120 Euro), mit Mittagsbetreuung 156 statt 140 Euro, der Ganztagsplatz 197 statt 165 Euro. Ab 2015 betragen die Kosten 228 Euro.

Die neuen Gebühren sollen für mehr Gerechtigkeit sorgen: Bislang hätten die Kosten für einen Vormittags- und einem Ganztagsplatz in großem Ungleichgewicht gestanden, hieß es in der jüngsten Stadtverordnetenversammlung.

Die Stadtverordneten taten sich mit der Teuerung schwer. Es sei der Schritt in die falsche Richtung, sagte Raimund Schenk (SPD): Wenn schon die Auszahlung der so genannten Herdprämie viele Familien ins Grübeln darüber bringe, ob sie ihr Kind in den Kindergarten schicken sollen, täten steigende Gebühren ein Übriges. Jörg Lange (CDU) stellte erstaunt fest, dass trotz der brisanten Thematik kein einziges Elternpaar den Weg in die Sitzung gefunden hatte. In deren Verlauf wurde auch entschieden, dass Eltern, die ihr Kind regelmäßig mit großer Verspätung abholen, künftig eine Überziehungsgebühr von zehn Euro zahlen müssen.

Annette Koch (FDP) schlug vor, dass die Verwaltung erst eine schriftliche Ermahnung schicken sollte, bevor man die Eltern tatsächlich zur Kasse bitte. Das aber sei ein zu hoher Verwaltungs- und Bürokratieaufwand, befanden die Stadtverordneten und lehnten den FDP-Antrag einstimmig ab.

Die Überziehungsgebühr stelle eine Art "erzieherische Maßnahme" dar, sagte Jörg Lange. Dabei gehe es keinesfalls ums Überziehen von wenigen Minuten: Es sei häufig vorgekommen, dass manche Eltern ihre Sprösslinge regelmäßig mit großer Verspätung abgeholt hätten das soll mit der neuen Strafgebühr nun verhindert werden, beschlossen die Stadtverordneten mit der eindeutigen Mehrheit von 20:2 Stimmen. (bra)

Quelle: HNA

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