Folien für die Frostbeulen

Spargelernte hat begonnen: Mindestlohn ohne große Auswirkungen

Zennern/Fritzlar. Der Spargel ist eine echte Frostbeule. Ist es ihm zu kalt, wächst er nicht. Deshalb muss er eingepackt werden. „Wir haben ihn sogar doppelt abgedeckt", sagt Götz Döring.

Die erste, schwarze Folie, die die Erddämme bedeckt, halte den Spargel warm und ziehe die Sonnenstrahlen an und die zweite, darüberliegende Folie wirkt wie eine Art Wärmespeicher. „Dann kühlt der Spargel in der Nacht nicht zu sehr aus“, sagt der Spargelbauer des Familienbetriebes Döring und Stiehl aus Zennern. Die Folie heize dem Spargel ein und funktioniere wie ein kilometerlanges Treibhaus.

Nicht nur auf dem Feld in dem Waberner Ortsteil, sondern auch bei den anderen Spargelbauern in der Region hat die Ernte jetzt begonnen - mit etwas Verspätung. „Es war gerade um Ostern herum zu kalt, das hat uns drei bis vier Tage zurückgeworfen“, sagt Döring. Doch seit Freitagmorgen wird auch in Zennern fleißig Spargel gestochen - und ab heute verkauft.

Maschinelle Unterstützung hat Erntehelfer Lbyszek Molodziej in diesem Jahr: Eine Maschine fährt hinter ihm her, hebt mit ihren Greifern die Folie an, gibt so die Erddämme und das kostbare Gemüse frei. Die ersten weißen und zarten Spitzen schauen bereits aus dem Erdhügel heraus. Mit geübten Handgriffen zieht der Erntehelfer sie heraus, begutachtet sie und legt sie in den Sammelkorb. Weiter geht es. Ein paar Reihen dahinter ist sein Kollege dabei, den Spargel zu ernten.

Die Arbeiten am Spargelfeld starteten bereits März. Da wurden die Dämme aufgeschüttet und mit der Thermofolie abgedeckt. Anfangs kommt die schwarze Seite nach oben, später, wenn die Temperatur in der Erde knapp unter 21 Grad liegt, wird die Folie umgedreht und die weiße Seite liegt oben.

Die etwas höheren Preise für den ersten Spargel hätten aber nichts mit den seit diesem Jahr geltenden gesetzlichen Mindestlöhnen zu tun, sagt Götz Döring. Vielmehr bestimmten gerade zum Beginn der Spargelsaison Angebot und Nachfrage den Preis. Später, wenn es mehr Spargel gebe, sinke bei vielen Anbietern der Preis. 9,70 Euro koste das Kilogramm der Klasse 1, jetzt. Dennoch: Auch der Mindestlohn schlägt sich im Preis nieder. Im Betrieb von Döring und Stiehl steigt der Grundpreis pro Kilogramm um 20 Cent, eben wegen des Mindestlohns. Die eher mittelschweren sandigen Lehmböden seien zwar schwerer zu bearbeiten, sorgten aber für einen besonders guten Geschmack des Spargels in der Region. „Weil der Boden gehaltvoller ist“, sagt Döring. Den Spargel aus Zennern gibt es nur an einem Verkaufsstand, nämlich vor dem Herkules Baumarkt in Fritzlar.

Einen Tipp für alle Spargelliebhaber hat Götz Döring auch parat: „Mir schmeckt er am Besten mit Souce Hollandaise und Ahler Wurscht.“

Quelle: HNA

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