Sicherheitsdienst muss sein – Minderjährige kommen mit „Muttizettel“ ins Festzelt

Spaß mit strikten Grenzen

Gemeinsam: Die Steinaer Burschenschaft (stehend von links) Oliver Iwaschenko, Jonas Müller, Lars Keidel, Florian Schmied, Florian Schwalm und Rebecca Müller, (kniend von links) Kevin Bertok und Benedikt Marx beim Aufbau des Zeltes. Foto: Schittelkopp

Steina. Nur wenn alle mitanpacken, steht das Zelt rechtzeitig: Die Burschenschaft Steina war in den vergangenen Tagen mit den Vorbereitungen für die Kirmes beschäftigt. Schärfere Auflagen seit vergangenem Jahr stellen sie vor neue Herausforderungen.

Die Verantwortung für seine erste Kirmes trägt in diesem Jahr Burschenschaftsvorsitzender Florian Schwalm (21), „es gibt wieder mehr Vertrauen in die Burschenschaften“, sagt er. Die 18 Mitglieder, darunter sechs Mädchen, freuen sich auf ihr Kirmeswochenende, und noch erfreut sich die Burschenschaft einer guten Mitgliederzahl: „Doch in fünf, sechs Jahren wird es knapp werden“, weiß Florian Schwalm, der mit 16 Jahren dem Verein beitrat.

Seit es vor zwei Jahren zu massiven Verstößen gegen das Jugendschutzgesetz in Steina sowie zu Schlägereien in anderen Dörfern kam, verschärften die Gemeinden die Vorgaben für Kirmessen. „Wir haben am Samstagabend vier Security-Leute im und vor dem Zelt“, so Florian Schwalm. Dies ist mittlerweile Pflicht. Rund 600 Euro muss die Burschenschaft die den Sicherheitsdienst aufbringen. Außerdem ist der Burschenschaftsvorstand per Handy für die Polizei zu erreichen. „Wir veranstalten eine der größeren Kirmessen in der Gegend“, sagte Schriftführer Benedikt Marx. Er ist sich sicher: Steina genießt einen guten Ruf. Große Schlägereien seien dort nie das Problem gewesen. Seit 1974 feiern die Steinaer ihre Kirchweihe. Zumeist leitet sie die Kirmessaison ein. 1500 Personen finden in dem 35 Meter langen und 15 Meter breiten Festzelt Platz.

Dafür, dass der Jugendschutz eingehalten wird, sorgen Bändchen: Für Jugendliche und für Minderjährige mit Einwilligung der Eltern, dem sogenannten „Muttizettel“, gibt es andersfarbige Bändchen ums Handgelenk. „Sie bekommen keinen Alkohol und müssen früher gehen“, erklärte der Vorsitzende.

Ihre Freizeit investieren die Steinaer Burschen gern in ihre Kirmes, einigen nahmen sich für den Aufbau frei, andere holten ihre Freunde dazu. Durch Werbebanner am Zelt hübschen sie ihren Etat ein wenig auf. Die Kirmes begann mit dem Dorfabend.

Programm: Heute ab 20 Uhr Rockabend mit Ace of Hearts, Samstag, 12.30 Uhr Ständchen-Spielen, ab 20 Uhr Burschenschaftstreffen, Sonntag 10 Uhr Zeltgottesdienst, danach Frühschoppen, Montag ab 20 Uhr Wunschmusik mit DJ.

Von Claudia Schittelkopp

Quelle: HNA

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