Mit Spaten gegen Bärenklau

Junge Franzosen arbeiteten im Naturpark Habichtswald

Packten das Problem bei der Wurzel: Auszubildende aus Zierenbergs französischer Partnerstadt Damvillers stachen die jungen Triebe mit Spaten ab. An der Ems bei Merxhausen hatte sich der Neophyt in den vergangenen Jahren stark ausgebreitet. Fotos: Thon

Zierenberg/Merxhausen. Nach dem Winter, wenn die Natur explodiert, häuft sich im Naturpark Habichtswald die Arbeit. Umso erfreuter war Geschäftsführer Jürgen Depenbrock über die Hilfe acht junger Franzosen aus Zierenbergs Partnerstadt Damvillers.

Die absolvieren im Zuge ihrer dreijährigen Berufsausbildung ein Auslandspraktikum.

Zwei Wochen lang packten sieben Männer und eine Frau zusammen mit ihrem Lehrer Laurent Tarnier an unterschiedlichen Ecken des Naturparks mit an. An der Ems bei Merxhausen rückten sie den jungen Trieben der Herkulesstaude zu Leibe. Ausstaffiert mit Spaten und Handschuhen zum Schutz gegen die giftigen Substanzen des Riesen-Bärenklau stachen die 16- bis 18-Jährigen die Wurzeln des Doldenblütlers ab. Dabei nahmen sie sich einen etwa 500 Meter langen Uferstreifen zwischen Kurfürstenbrücke und der Merxhäuser Grillhütte vor.

Im Aufgabenkatalog des Naturparks habe die Beseitigung der Neophyten entlang der Ems ganz weit oben gestanden, sagt Jürgen Depenbrock. Der kleine Bach folgt in dem Bereich einem besonders natürlichem Verlauf. Zwei Wanderwege tangieren den Abschnitt, und auch die Grillhütte ziehe Menschen an, die in Kontakt mit der Herkulesstaude kommen könnten. In den vergangenen Jahren habe sich die Pflanze extrem vermehrt. Für ihre Beseitigung entlang der Ems kommt der Einsatz von Herbiziden nicht in Frage, also bleibt nur harte, körperliche Arbeit.

Zäune repariert

Die widmeten sie dem Naturpark auch an anderen Punkten. Auf dem Dörnberg reparierten sie den Weidezaun, der von den Kühen in der vergangenen Saison teilweise niedergedrückt worden war. Sie gossen Beton für die Zaunpfosten. An Naturparkzentrum Dörnberg bauten sie Tische und Bänke aus Holz für einen Grillplatz und stellten sie auf. Zudem schnitten sie einzelne Abschnitte des Habichtswaldsteiges frei. Und auf der Weidelsburg bereiteten sie die Baustelle für das neue Info-Zentrum vor.

Bei Kontakt gefährlich: Die Herkulesstaude. Archivfoto: nh

Erstmals hatten im vergangenen Jahr vier jugendliche Franzosen ihr Praktikum im Naturpark absolviert. „Jetzt waren es acht und im nächsten sind es 16“, scherzt Laurent Tarnier, der mit seinen Auszubildenden in den neuen Gruppenunterkünften im Naturparkzentrum untergebracht ist. Finanziert wird der Aufenthalt vom EU Bildungsprogramm Leonardo Da Vinci. Nach ihrem Abschluss suchen sich die jungen Franzosen einen Job im öffentlichen Dienst oder in der privaten Wirtschaft mit Schwerpunkt Natur und Umweltschutz.

Von Antje Thon

Quelle: HNA

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