"Bäume sehen verwundet aus"

Spaziergänger ärgern sich über Baumschnitt am Sälzerweg

Melsungen. Die Art und Weise, wie die Bäume am Sälzerweg in Melsungen zurück geschnitten wurden, darüber sind Ulrike Brietzke und Edith Wiegel völlig entsetzt. Häufig gehen die beiden Frauen dort oben spazieren. "Aber das ist wirklich das Dollste, was ich bisher gesehen habe", sagt Wiegel.

Ihnen sei völlig klar, dass Bäume im Frühjahr zurückgeschnitten werden müssen. "Ich habe selbst einen Garten", sagt Brietzke. Aber sie frage sich, ob das in so radikaler Form passieren müsse, wie es ihrer Meinung nach nun am Sälzerweg geschehen ist. "Die Bäume sehen wie verwundet aus", sagt die 61-Jährige. Auch Edith Wiegel findet, dass die Bäume viel zu sehr zurecht gestutzt worden sind. "Die Bäume stehen ja zum Teil nur noch zu einem Drittel. Das ist doch ein Spazierweg, da hätte man das doch auch dezenter machen können", sagt die 65-Jährige.

"Im Frühjahr sieht die Sache schon wieder ganz anders aus", sagt der Leiter des Melsunger Forstamts Christian Peter Foet. Man habe die Weiden, Eichen, Feldulmen und Hainbuchen aus Sicherheitsgründen zurück schneiden müssen, eben weil viele Spaziergänger dort oben unterwegs seien.

Die Kronen wurden gestutzt, weil die Äste in den Sälzerweg hinein ragten. "Dadurch bestand die Gefahr, dass zum Beispiel durch Schneebruch oder Wind Äste abbrechen und auf die Wege fallen könnten", sagt Foet.

Der Baumschnitt werde immer im Januar und Februar erledigt, weil das biologisch und ökologisch die beste Zeit dafür sei, sagt der Forstamtsleiter. Das Forstamt sei gesetzlich verpflichtet, die Wege im Wald regelmäßig auf ihre Verkehrssicherheit zu prüfen und falls nötig - wie jetzt am Sälzerweg - Bäume zurück zu schneiden, sagt Foet.

Von Barbara Kamisli

Quelle: HNA

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