Schwälmerin Ruth Bechtel stellt abstrakte Kunst aus

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Wünscht sich Betrachter mit spazierenden Augen: Ruth Bechtel stammt aus Willingshausen.

Treysa. Farben fließen lassen – das ist das Motto einer neuen Ausstellung in der Stadtsparkasse in Treysa. Ruth Bechtel heißt die Künstlerin, die gebürtig aus der Schwalm stammt. Seit 1985 lebt die 50-Jährige mit ihrer Familie in der Nähe von Aachen.

Mit der Schwalm verbindet Ruth Bechtel jedoch nicht nur Cousin Wilhelm Bechtel – Vorstandsvorsitzender der Stadtsparkasse – und weitere Verwandte. Im Malerdorf Willingshausen, wo Bechtel aufwuchs, lernte sie beim Ehepaar Heinemann die Technik der gegenständlichen Malerei.

Jetzt, mit gerade 50, liebt sie das Abstrakte. Ausschnitte ihrer künstlerischen Arbeit sind bis Ende des Monats in der Filiale zu sehen. Am Freitagabend wurde die Schau eröffnet.

Liebe zur Malerei lebte wieder auf

Die Tochter war es, die Ruth Bechtel auf die Idee brachte, auch in Aachen wieder einmal zum Pinsel zu greifen: „Ich hatte zwar meine Malsachen aus Willingshausen mitgenommen, aber lange nicht das Bedürfnis gespürt, sie wieder heraus zu holen“, erzählt sie. Eine Malerin, die der Tochter den Ausdruck mit Formen und Farben näher brachte, ließ auch bei der 50-Jährigen die Liebe zur Malerei wiederaufleben. Ihre Kunst ausgerechnet in der Schwalm zu zeigen, diesem Plan des Cousins stand sie lange skeptisch gegenüber. „Aber die Resonanz beweist mir, dass auch an abstrakter Malerei viel Interesse besteht“, sagt Bechtel.

In die Faszination der Bilder, die auf den ersten Blick nichts, dann aber doch so viel offenbarten, darin habe sie sich sofort verliebt. Auf den großformatigen Leinwänden könne man das, was einen innerlich bewege, perfekt ausdrücken. „Was mir gut tut, ist, die heutige, hektische Zeit beim Malen hinter mir lassen zu können.“, sagt sie.

Ruth Bechtels Auszeiten vom Alltag drücken sich in kräftigen Farben aus: Impulsives Rot, erfrischendes Grün, zarte Gelbtöne, aber auch Nuancen zwischen Grau, Creme und Weiß. Der Farbauftrag wirkt nie flächig. Pastös bringt Ruth Bechtel die Acrylfarben auf die Leinwand, webt mithilfe eines Spachtels Strukturen ein. Auch Reste einer alten Gardine gehen mit sanften Cremetönen eine spannende Symbiose ein.

„Gehen Sie mit ihren Augen spazieren. Und wenn Sie immer wieder etwas Neues entdecken, dann glaube ich, dass meine Malerei gelungen ist“, erklärt die 50-Jährige. (zhk)

Zu sehen sind die Bilder noch bis Samstag, 29. April, zu den üblichen Öffnungszeiten der Stadtsparkasse.

Quelle: HNA

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