SPD-Fraktion für Baugebiete in Melsungen

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Zuversichtlich: Timo Riedemann, Ortsvorsteher, könnte mit dem Pilotprojekt für die Ausweisung von Bauland in Schwarzenberg Erfolg haben.

Melsungen. Die SPD-Fraktion begrüßt den Vorschlag aus Schwarzenberg zur Ausweisung von Neubaugebieten und übt massive Kritik an Aussagen der CDU-Fraktion.

„Das Pilotprojekt von Ortsvorsteher Timo Riedemann war mit mir abgestimmt“, sagt Fraktionsvorsitzender Volker Wagner. „Der Charme dieses Vorschlags liegt darin, dass die Möglichkeit zur Ausweisung einer überschaubaren Anzahl von Baugebieten gegeben wird, ohne städtisches Geld zu binden, das derzeit nicht verfügbar ist“, sagt Wagner weiter.

Er verweist in diesem Zusammenhang auf die Vorlage von Bürgermeister Markus Boucsein in der jüngsten Sitzung des Stadtentwicklungsausschusses, in der er die derzeitigen Liquiditätsprobleme der Stadt beschrieb. Die Stadt habe aus laufenden Bauprogrammen monatliche Aufwendungen von über einer halben Million Euro.

• Wichtige Großprojekte wie die Sanierung der Stadthalle für etwa drei Millionen Euro, die Sanierung der Gemeinschaftshäuser in Adelshausen und Obermelsungen für jeweils etwa eine Million Euro, die Finanzierung der Nebenanlagen wie Bürgersteige bei der Sanierung der B 83 von einer Million Euro, der Neubau der Parkpalette für 1,7 Mio., die Neugestaltung des Fuldaufers für 3,6 Mio. und vieles mehr ließen in diesem und im nächsten Jahr keinen Spielraum für die Ausweisung und Vorfinanzierung von städtischen Neubaugebieten. Private Erschließungen könnten jederzeit realisiert werden. Das Schwarzenberger Gebiet zu erschließen, koste etwa 600.000 Euro.

Volker Wagner

Die SPD verbitte sich außerdem die dreiste Lüge, die von der CDU wiederholt in die Öffentlichkeit getragen werde, dass die SPD gegen die Ausweisung von Neubaugebieten in der Kernstadt wie auch in Schwarzenberg und Röhrenfurth sei.

Das Gegenteil sei der Fall, sagt Wagner. Die Frage müsse in einem größeren Zusammenhang betrachtet werden:

Die Baugebiete Galgenberg und Huberg aus den siebziger- und achtziger Jahren sind längst „alternde Siedlungen“. Viele der Bürgerinnen und Bürger dort sind in einem Alter, in dem sie sich überlegen müssen, das eigene Haus gegen eine Wohnung in der Innenstadt zu tauschen, um zukünftig altersgerecht und ohne Barrieren zu wohnen. Das geschieht jedes Jahr hundertfach. Wodurch teurer Leerstand vermieden wird, der umfangreiche und kostspielige Erhaltungsmaßnahmen vermeidet, die der Steuerzahler zu begleichen hätte.

Im vergangenen Jahr wurden so 121 Häuser verkauft und 138 neue Wohnungen errichtet. Die Häuser konnten zu einem Preis verkauft werden, bei dem die Verkäufer glücklicherweise kaum Wertverluste in Kauf nehmen mussten.

Quelle: HNA

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