Hausarzt-Versorgung in Naumburg – Vorstand hält mindestens vier Mediziner für nötig

SPD: Stadt muss aktiv werden

Naumburg. Nach Auffassung der Naumburger SPD ist die Kassenärztliche Vereinigung (KV) nicht die richtige Institution, um die hausärztliche Versorgung auf dem Lande in den Griff zu bekommen.

Mittelfristig werde man nicht umhin kommen, die Hausarztversorgung als öffentliche Aufgabe zu regeln, so Udo Umbach vom gesamtstädtischen SPD-Vorstand.

Im Kommunalwahlprogramm der Naumburger SPD spiele die Problematik deshalb einen wesentliche Rolle. Die Sozialdemokraten sprechen sich dafür aus, dass die Stadt für die Niederlassung von Hausärzten aktiv wirbt und Anreize bietet, wie beispielsweise verbilligte Praxisräume oder Wohngrundstücke.

Das sieht man offensichtlich auch im Magistrat so. Schon im November 2010 beschloss das Gremium, eine Suchanzeige zu schalten. Zudem wurde der zurzeit erkrankte Praxisinhaber mit potenziellen Nachfolgern zusammengebracht, so Bürgermeister Stefan Hable. Und aus Gesprächen mit Magistratsmitgliedern wisse er, dass die Bereitschaft besteht, sich in Sachen Grundstück einem ernsthaften Interessenten für die Übernahme der Hausarztpraxis in Naumburg „sehr entgegenkommend zu zeigen“.

Für Naumburg, so Umbach weiter, seien nicht nur zwei, sondern orientiert an der Einwohnerzahl mindestens vier Hausärzte erforderlich. „Die Zeit der rund um die Uhr arbeitenden Landärzte ist vorbei“, sagt Umbach. Es gehe darum, Ärzten und insbesondere auch Ärztinnen normale Arbeitzeiten anzubieten, die auch eine Vereinbarkeit von Beruf und Familie ermöglichten. Es seien deshalb Modelle zu prüfen, inwieweit Hausärzte auch in Arbeitnehmerverhältnissen beschäftigt werden könnten.

Den Anschluss Naumburgs an ein in Wolfhagen gelegenes medizinischen Versorgungszentrum, eventuell angebunden an die Kreisklinik, hält die SPD für möglich, wenn es in Naumburg einen Praxisstandort gäbe. Vorrangig anzustreben seien Gemeinschaftspraxen oder auch Zweitstandorte von Fachärzten. Hier habe aber die KV vor einigen Jahren verhindert, dass ein Volkmarser Augenarzt in Naumburg Sprechstunden halten konnte. (red/bic)

Quelle: HNA

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